Ordnungswoche: 5 Tipps für mehr Ordnung in deinem Zuhause!

    Frau Piepenkoetter I 5 Tipps für mehr Ordnung

    So, ich weiß ich bin ein bisschen spät dran und die Ordnungswoche ist schon keine mehr, aber ich gehe davon aus, das die meisten von euch auch so sahnegeiles Wetter hatten und von daher mach ich mir keine Gedanken. Ihr ward sicher froh, das ihr in stabiler Seitenlage auf der Gartenliege faulen konntet, statt von mir mit Ordnungstipps genervt zu werden. Zumindest für ein bisschen gemeinsames „Reinmachen“ am Samstag hat es ja wieder gereicht. Ich finds echt witzig, wie viele von euch da mittlerweile via Instastories mit mir zusammen den Besen schwingen. Danke!

    Heute geht es jetzt also um Ordnung und damit um einen elementaren teil von dem, was wir letztlich erreichen wollen. Ordnung und Sauberkeit ohne viel Aufwand. Wer meine letzten Posts gelesen hat, seine Einstellung ein bisschen fein justiert hat, vielleicht einen Blick in Bücher wie  „Die magische Küchenspüle“ geworfen hat und sich ein bisschen oder ganz viel Zeit zum Ausmisten genommen hat, der hat für das Thema Ordnung schon mal die Grundvoraussetzungen geschaffen. Ihr habt Bock, ihr habt Raum und ihr habt schon etwas systemähnliches mit dem ihr weiter vorgehen könnt. Bestens. Mehr braucht ihr eigentlich nicht, um Ordnung zu schaffen, aber um es ein bisschen einfacher zu machen habe ich einfach nochmal fünf Tipps aufgeschrieben, die ich mir so als Erkenntnis erarbeitet habe. Nicht weltbewegend, nicht neu, aber immerhin.

    5 Tipps für mehr Ordnung

    1. Finde das Epizentrum!

    „Ich fang jetzt einfach an!“ ist mit Sicherheit nicht das schlechteste, wenn es ums Ordnung schaffen geht, aber nicht immer das sinnvollste. Ich habe zum Beispiel an mir festgestellt, dass ich immer erst da aufräume, wo ich mich am liebsten aufhalte und auch Gäste als erstes auflaufen. Aber die Ordnung die ich da schuf, brachte erst woanders ein deutliches Mehr an Unordnung und hielt auch nie lange an. Weil ich die das Problem nicht bei der Wurzel gepackt habe. Dem Hauswirtschaftsraum.

    Alles was irgendwo weg sollte und nicht richtig verortet werden konnte, landete zwangsläufig im HWR. Wie es da (leider immer noch) aussieht, haben diejenigen die meine Instastories sehen neulich feststellen können. Aber es war schon schlimmer und ich arbeite daran, dass es besser wird, denn dadurch das dort nichts mehr vernünftig verräumt werden kann und niemandem so wirklich klar ist, was da in diesem Raum aufbewahrt wird und was nicht, erbricht er quasi schwallartig Zeug in die restlichen Wohnräume. Zeug, das im HWR gut aufgehoben wäre, aber dort nicht mehr hinein passt. Unser Hauswirtschaftsraum ist also das Epizentrum und somit auch der wichtigste Raum, der Ursprung für Ordnung im ganzen Haus. Und obwohl ich ihn die Kammer des Schreckens nenne und er aussieht, als ob mal ein Besuch vom Amt bei uns fällig wäre, so ist es doch schon bedeutend besser geworden und zeigt die von mir erwartete Wirkung auf den Rest des Hauses. Das wiederum motiviert mich seeeeehr auf weiterzumachen.

     

    2. Der Evergreen: Alles hat seinen (sinnvollen) Platz!

    Richtig hilfreich fand ich es auch, sich mal Gedanken zu machen, warum gewisse Dinge an gewissen Orten gestaut oder gelagert werden. Manchmal muss man da nämlich ganz klar das „Wie“ und das „Warum“ hinterfragen. Ein Beispiel zum „Warum“: Meine Bügelbrett stand, wie in jedem ordentlichen Haushalt im Hauswirtschaftsraum. Wenn ich bügeln wollte, trug ich es, weil dort der Platz nicht reichte, ins Ankleidezimmer. Ich bügelte selten. Vor allem weil ich nie Lust hatte, das Brett wieder durch die halbe Bude zu tragen (Ja, ich bin schon sehr bequem. Ich weiß!). Und irgendwann stellte ich das Bügelbrett einfach in die schmale Nische seitlich des Kleiderschranks und das Bügeleisen unten in den Selbigen. Um das noch zu toppen baute ich die blöden Beine vom Bügelbrett ab und legte es fortan nur noch auf die Kommode mit Glasplattenaufsatz vom Möbelschweden und konnte plötzlich auch mal eben kurz spontan was Bügeln, und es stand nicht danach 4 Wochen das Bügelbrett ungenutzt weiter herum.

    Ich würde also bei Dingen die ich euch in irgendeiner Weise Probleme zu machen scheinen (im Hinblick auf Ordnung) auch einfach mal gucken, ob das da überhaupt aufbewahrt/gelagert/gestaut werden muss oder ob es eine bessere Lösung gibt.  Und wenn ihr mit dem „Warum“ nicht weiter kommt, dann ist vielleicht das „wie“ ein Ansatz. Ein stimmiges System von Abfall- und Ablagebehältern, statt 5 einzelne sehe schon gleich viel ordentlicher aus. Wir haben diese großen (oder riesigen) Dinger vom Schweden die wie überdimensionierte Schütten aussehen. Da ist Glasmüll drin, PET Flaschen, Hundefutter, Dreckwäsche. Wer kann, ich wollte das schon längst mal, plottet sich ne nette Beschriftung oder lässt es machen. Dann weiß jeder Bescheid.

    Das muss man nicht von heute auf morgen umsetzen, aber Stück für Stück kann es auch gehen und helfen. Wir haben bei jedem Besuch in der schwedischen Botschaft eine Kiste mehr mitgebracht.

    Wenn alles einen Platz hat (und ihr nur noch eine Kruschelschublade besitzt in die alles fliegt) ist es eben schnell verräumt. Und wenn dieser Platz dann auch noch für euch persönlich Sinn macht, umso besser!!

    Ich bin übrigens immer noch jeden Tag froh und glücklich, dass ich den Mann vom Werkzeugspind als Familiengardrobe überzeugen konnte. Da gehen Jacken, Mützen, Schals, Handschuhe, Busfahrkarten, Schlüssel, Rollschuhe, Sportbeutel, Chormappen, Fahrradhelme, Sonnenbrillen und die wichtigsten Werkzeuge die ich so täglich brauche rein. Jeder hat sein eigenes Fach und es sieht, Türen zu, einfach immer ordentlich und nicht rumpelig aus. Eine feine Erfindung die mich (wenn ich mich recht erinnere) 30€ beim Kleinanzeigenmarkt (und eine Menge Überzeugungsarbeit an der Ehepartnerfront) gekostet hat!

    Frau Piepenkötter I Ordnung I Familiengardrobe

    3. Die Brücke!

    Als Teil einer Familie mit häufig ja berufstätigen Eltern und verkindergarteten oder schulpflichtigen Kindern kennt fast jeder das Problem mit dem Papierkram. Elternbriefe, Schulbuchbestelllisten, Dienst- und Schichtpläne, Kieferorthopädentermine, Hochzeits- und Geburtstagseinladungen, Rechungen, Spendenquittungen, Wahlbenachrichtigungen und so weiter und so fort kommen täglich gefühlt im Dutzend an und müssen irgendwie unter Kontrolle gebracht, weiterbearbeitet, aufbewahrt werden. Damit das eben genauso passiert und dann auch noch für jeden nachvollziehbar ist, wird hier erst einmal alles was noch „weiterbearbeitet“ werden muss, sprich Zettel mit Terminen oder sich daraus ergebende Besorgungen, abfotografiert und in die Familiengruppe bei whatsapp gestellt. So habe ich den Zettel durch das Handy quasi immer dabei und ich habe für Notfälle ein „Duplikat“. Und dann greift unsere familiäre Erstablage, die Brücke, bei der alle Fäden zusammen laufen. Darüber habe ich hier schon mal geschrieben. Es ist quasi ein Kasten mit Hängeregistertaschen die bestimmten Nutzern (jedes Familienmitglied hat eine) oder Handlungen (Überweisungen/ Ablage Versicherung/ Steuer) zugeordnet sind. Dort kann ich alles was reinkommt, einfach reinwerfen und weiß im Zweifel immer, wo ich die Kindergeburtstagseinladung und auch Impf- und Reisepässe wiederfinde.

    4. Liebe, was du putzt!

    Kennt ihr das Gefühl, dass es irgendwo in eurem Haus oder eurer Wohnung eine Ecke oder ein Zimmer gibt, wo es doch sowieso keinen Sinn macht sie zu putzen? Oder das euch selbst der geputzte und ordentliche Raum keine Freude macht? Ich kenne dieses Problem aus dem Schlafzimmer. Das haben wir uns, wahrscheinlich auch wieder weil man da ja eher keine Gäste empfängt, nach dem Umzug des Geldes wegen gespart. Da kam rein, was übrig war. Das Bett habe ich noch halbherzig lackiert und einen Kronleuchter aus den Kleinanzeigen unter die Decke gehängt, aber alles in allem ist es echt lieblos eingerichtet und spricht mich gar nicht an. Und ich habe auch echt immer keinerlei Motivation mich dem in irgendeiner Weise mehr als notwendig zu widmen. Mein Wohnzimmer und die Küche hingegen mag ich voll gern und die Bäder liebe ich und ich bin echt immer  drauf bedacht, dass da alles tacco ist. Weil diese Räume so schön sein können und ich ihr potential nicht verschwenden will. Die machen mir Spaß. Und ich glaube fest daran, dass es mit dem Schlafzimmer genauso sein könnte, wenn es nur ein bisschen schöner wäre. Aber ich habe es ja letztlich in der Hand und gebe es hiermit euch auch in eure. Macht eure Räume zu Orten die ihr liebt und es putzt und ordnet sich gleich viel leichter. So, jetzt müsste ich aber bald ein Angebot vom Esotherik-Kanal oder der Bilder der Frau kriegen, oder?

    5. Routinen! Wenns ganz automatisch geht.

    Ich hatte mich ja sowohl schon mal dahingehend geoutet, dass ich einer dieser total strukturbedürftigen Menschen bin (auch und vor allem bei Ordnungs- und Putzgeschichten) und ich hatte ja auch schon mal gesagt und geschrieben, dass ich das System der Fly Lady zum Großteil adoptiert und mir zu Eigen gemacht habe. Das beinhaltet neben der Sache mit den 15 Minuten die ich mit der Stop-Uhr durch die Bude wirbel auch das Aufteilen der Wohnung oder des Hauses in Zonen. Die Kindezimmer klammer ich dabei aus, denn meine Kinder sind alt genug um weitestgehend selbst Ordnung zu halten bzw. pochen auch schon mal auf ihr Recht auf Privatsphäre und definitiv auf Selbstbestimmung. Man erntet was man sät…. Der Rest ist aber schön in Zonen aufgeteilt und wann immer ich Lust und Zeit habe 15 Minuten dran zu geben knöpfe ich mir eine dieser Zonen vor. Beim Prinzip des Fliegens bekommen die Zonen immer eine ganze Woche in der jeden Tag 15 Minuten in der jeweiligen Zone Ordnung gemacht wird. Dann folgt eine neue Woche und eine neue Zone im ewigen Kreislauf. Diese Zonen nutze ich auch, weil ich im Gegensatz zu dem System das meine Mutter propagandiert nicht gewillt bin, einen ganzen Tag in der Woche fürs Putzen und Ordnung schaffen zu opfern. Mit den Zonen kann ich auch im normalen Putzwahnsinn ein bisschen strukturierter vorgehen und habe kein Problem mit langen Kaffeepausen, weil spontan Besuch kommt oder man einen anderweitigen Termin hat. Meine Zonen sind:

    • Hauseingang, Flur, Terrassen, HWR
    • Küche, Essbereich, Wohnzimmerbereich
    • Bad und Gästebad
    • Schlafzimmer und Ankleide

    Wenn man sich das jetzt so anschaut und sich überlegt, dass man jeden Tag an einer dieser Stellen 15 Minuten aufbringt und einmal in der Woche eben viermal 15 Minuten, also genau eine Stunde, dann macht das alles ja keinen schlimmen Eindruck mehr oder?

    Klappen tut das bei mir vor allem, weil ich (meistens) gewisse Routinen einhalte. Abends räume ich in der Küche auf jeden Fall noch den Tisch ab, leere den Staubsauger und mache die meist schon übervolle Spülmaschine an. Jeden Sonntagabend reinige ich die Brüheinheit des Kaffeeautomaten und alle Zubehörteile (um dem Schlimmsten vorzubeugen). Morgens räume ich bevor ich gehe die Arbeitsplatte ab und wische einmal mit einem Tuch mit etwas Allzweckreiniger drüber. Klingt ein bisschen seltsam, aber ich mache das mittlerweile automatisch und halte damit das größte Chaos schon mal in Schach. Was auch notwendig ist, damit ich an unseren „schlimmen Ecken“ weiter voran komme. Wobei ich ganz ehrlich der Meinung bin, das eine „Kammer des Schreckens“ pro Haushalt einfach völlig normal ist und es ja auch mal nett ist, seinem unordentlichen Ich ein bisschen Raum zu lassen, oder?

    Im nächsten und letzten Post wirds dann jetzt nochmal explizit ums Putzen gehen und da hab ich nen heißen Tipp für euch, den ihr, wenn ihr ähnlich viel Struktur benötigt und Listen liebt, wie ich, kostenfrei aus dem Netz kriegt.  Und dann wars das. Dann sind wir durch. Dann müssen wir uns nie mehr damit auseinander setzen. Oder? Hahaha. Die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt.

    Bis dahin liebste Grüße,

    Vanessa