Persönliches/ Unterwegs

A Summer`s Tale: Wie ich aus der Midlife Crisis heraus und auf die Festival-Wiese kam!

Festival A Summers Tale in Luhmühlen

————Dieser Blogpot ist im Rahmen einer Kooperation entstanden und enthält somit WERBUNG————-

Vor nicht allzu langer Zeit kam es in meinem Leben zu einer überraschenden Alltagspause. Ich würde von jetzt auf gleich aus meinem Hamsterrad hinaus auf eine Poolliege im türkischen Side katapultiert. Nicht das ich das Gefühl hatte, in einem Hamsterrad zu laufen. Nein, aber plötzlich war ich 14 Tage ohne Haushaltspflichten und Kita, unterwegs mit zwei Kindern die das betreuungsintensive Alter bereits überschritten haben und meiner Mutter. Hinter mir lagen abstrus verrückte Monate, die ich mit Jobwechsel, Kitaaufbau, Hausbau, Umzug und verhältnismäßig lange Zeit auch am Krankenbett meines Mannes verbracht hatte. Monate, die ich unter absoluter Volllast gefahren bin und die ich gemeistert habe. Probleme, Aufgaben und Krankheiten die mittlerweile bewältigt waren.

Mich plötzlich dort auf einer Poolliege wiederzufinden, ohne Plan und ohne Ziel, war ein bisschen als hätte man dem Duracell-Häschen die Batterien abgenommen. Von Hundert auf Null.

Ich hatte, was ich schon lang nicht mehr gehabt habe: Zeit für mich! Über die letzten Monate nachzudenken und über das, was in den nächsten wohl kommen würde. Und so kam ich ins Grübeln.

Ich war 36, Mutter zweier lustiger und fröhlicher Töchter, schon mehr als 10 Jahre glücklich verheiratet, wir hatten ein Haus mit Garten, einen Hund, ein “Auskommen” wie man so schön sagt. Beruflich hatte ich bereits 2015 das Ziel meines 10-Jahresplans nach nur 2 Jahren erreicht.  Aber mal ehrlich: Geht da noch was? Du kannst ja schlecht ab 36 nur noch so dahin leben/funktionieren und aufs Ende warten. Da muss doch noch was kommen?! Oder nicht?

Ein weiteres Kind? Ein neuer Mann? Ein anderes Haus? Das konnte ich alles ausschließen. NIcht auszudenken. Und auch meinen Job aufzugeben käme mir nicht in den Sinn. Aber wo bleibt denn dann das Abenteuer? Woher kommt das Baukribbeln und was lässt mich als Mensch, meine Persönlichkeit. weiter wachsen? Ich kam mir nicht “fertig” vor, komme es mir heute auch nicht, und je länger ich darüber nachdachte, umso unausweichlicher wurde mir klar: Ich weiß ja eigentlich nichts von dieser Welt!!

Das was ich bisher erreicht hatte, war ein bisschen wie das Statusquartett aus der Werbung vom “roten S”. Mein Haus, mein Auto, mein….. Aber darum geht es im Leben nicht. Das ist nicht das finale Ziel. Das ist eine nette Ausgangslage. Mehr aber auch nicht.

Ich habe “das Leben” also noch gar nicht durchgespielt. Ich hatte lediglich das erste Level ganz erfolgreich hinter mich gebracht. Aber es gab weit mehr Level, Bonuslevel und noch ganz andere Welten, die ich noch nicht mal im Ansatz gesehen oder erahnt hatte. Und mir wurde klar, dass sich das nicht mal nur auf Länder und Orte beschränkt. Ich hatte noch nie Sushi gegessen, nie jemals eine Avocado oder Granatapfel (schon irgendwie ein Wunder, dass ich bei Instagram noch nicht rausgeflogen bin.) New York, Paris, London…noch nie gesehen. Klettern im Kletterpark? Eine Reise mit dem Fahrrad machen? Auf einem Festival feiern? Einen Wohnwagen restaurieren? Alles kleine und große Dinge, die ich mal machen möchte, aber aus dem einen oder anderen Grund bislang nie ausprobiert habe. Warum eigentlich? Ich habe jahrelang in meinem Mikrokosmos so vor mich hingemuckelt und habe nicht nach links und nicht nach rechts geschaut.

Das muss anders werden

Die Lösung für mein Problem steckt also, wie so oft, in den kleinen Dingen. Denn auch wenn die großen Grundfesten meines Lebens stehen und bestehen bleiben sollen, gibt es da auch bei mir mit meinen 37 Lebensjahren noch eine Million erste Male, die ich erleben kann.

Und ich habe da auf dieser Poolliege in der türkischen Oktobersonne für mich beschlossen, dass es genau das ist, was ich in meinem Leben brauche. Um glücklich zu sein, um mich vor Stillstand zu bewahren (ich hasse Stillstand), um mich weiterentwickeln zu können. Ich muss nicht mein komplettes Leben ändern, alles anders machen oder nochmal von vorn beginnen. Ich muss nicht zurück auf Anfang gehen, denn ich stehe am Anfang. Immer wieder. Ich kann von hier aus und in meinem Tempo alles ausprobieren was ich will. Kleine und große Abenteuer erleben, Erfahrungen machen.

Und damit hab ich angefangen. Avocado gehört hier mittlerweile zum festen Frühstücks-Repertoire , Anna und Miri haben mich samt ihrer Familien in Stuggi zum Sushi-Essen mitgenommen. Sandy und ich erobern nach und nach deutsche Städte für uns und ich war im letzten halben Jahr so viel unterwegs wie gefühlt noch niemals zu vor.  Und das bloggen ist , als großer Traum den ich mir selbst erfülle, ein Teil davon und auch Ausgangspunkt für das ein oder andere Abenteuer und so viele super nette Kontakte die ich bereits knüpfen konnte.

Meine Erkenntnis und der daraus resultierende Wagemut haben sich also als Investment bestens bewährt und zahlen sich so wirklich aus. In Glück. Umso größer war meine Freude, als eine Einladung hereintrudelte, die nicht nur einen festen Wunsch auf meiner Liste abdeckte, sondern diesen auch noch mit vielen neuen und bekannten Gesichtern aus der Blogosphäre verbindet:

A Summer`s Tale

www.axelschillingphotography.com

Ich fahre auf Bloggerklassenfahrt zum A Summer`s Tale Festival!!!

Ich war , wie bereits erwähnt, noch niemals nicht auf einem Festival und das wird sich also in diesem Jahr endlich ändern. Ich freue ich mich riesig über die Einladung  zum  A Summers Tale Festival nach Luhmühlen bei Hamburg. Schon mal gehört?

Ich habe im letzten Jahr von diesem Festival schon auf Instagram das ein oder andere mitbekommen und mein Camper-Herz schlug nicht zuletzt beim Anblick der Zeltplatzes mit Komfort-Camping höher. Das ich noch nie auf einem Festival war, finde ich nämlich so grundsätzlich schon ziemlich schade, aber in unserem Freundes- und Bekanntenkreis jemanden zu finden, der sich für ein Wochenende nen  Babysitter sucht um sich mit mir in Scheesel mit nem Pop-up-Zelt und Dosen-Ravioli dauerbeschallen zu lassen, ist quasi aussichtslos.  Wäre auch nichts für euch? Das macht nichts. Mit dem A Summers Tale Festival sieht die ganze Sache dann aber schon ganz anders aus, denn:

A summer`s Tale

Foto: @[1127480087294592:Malte Schmidt Photography

Gute Musik

Feist, Elements of Crime, Pixies, Birdy….. Die Großartigkeit gibt sich da in der Heide echt die Klinke in die Hand. Wow! Zur Musik von Judith Holofernes hab ich schon zu Zeiten geträumt, als ich noch jung und kinderlos war. Ich mag die. Ich finde immer, sie klingt ein wenig so, als ob sie eigentlich nur für sich selbst singen würde. Als wäre es ein großer Zufall, dass ich ihre Gedanken hören könnte. Da ich sie noch nie live gehört habe, freu ich mich schon sehr, dass sich das am 5. August 2017 endlich nachholen kann. Worauf ich mich musikalisch neben Acts wie Elements of Crime und Bear`s den aber auch noch total freue, ist der Hamburger Kneipenchor, denn obwohl ich so gar nicht singen kann, singe ich gern und finde Chöre total super. Ich würde eigentlich auch mal gern in einem singen (in der steten Hoffnung, dass meine Stimme in der Masse gnädiger weise untergeht). Vielleicht ein weiteres “erstes Mal” das ich wagen sollte?

Christoph Eisenmenger / www.facebook.com/basslordpictures

Foto: @[589963001117906:ILOve Photography] // www.ilovephotography.de

Leckeres Essen

Wäre es übertrieben sich das auf der Homepage des Festivals veröffentlichte Angebot an kulinarischen Genüssen als eine Art Bingokarte auszudrucken und dann all meinen sportlichen Ehrgeiz aufzubieten um möglichst viele Felder ankreuzen zu können? Ja? Ich meine, mal ehrlich, ich komme vom Dorf. Hier gibt es ganz großartiges Essen, traumhafte Landfrauenrezepte und so, aber Attribute wie hipp/exotisch/angesagt/ungewöhnlich sind da doch eher selten von der Partie. Eure Foodtrucks sind bei uns Schlachter Meyers Bratwurstbude. Da darf man schon ein wenig eskalieren, wenn man von Casita Oaxaca, Kandie Van und Tornqvist Coffee liest. Ich bin also mehr als gewillt mein Bestes dafür zu geben, dass ich von Luhmühlen direkt nachhause rollen kann. A Tönnchen, please!

Foto: Robin Schmiedebach /// www.facebook.com/robographist

Fotocredit: Hinrich Carstensen

Christoph Eisenmenger / www.facebook.com/basslordpictures

Spannende Aktivitäten und Workshops

Workshops scheinen ja neuerdings voll mein Ding zu sein. Ich frequentiere Blogst-Workshops und Barcamps ebenso wie die heimische Volkshochschule, ganz heiß drauf Wissenslücken zu füllen, Blickwinkel zu wechseln und Neues zu probieren. Das Workshop- und Aktivitätenangebot des A Summers Tale Festivals lässt da nichts zu wünschen übrig.

Vor allem der Zero Waste Workshop und der Plattdeutsch Crashkurs reizen mich. Die Müllmassen die wir als vierköpfiger Haushalt produzieren sind beschämend und ich versuche schon länger mit mäßigem Erfolg sie ein bisschen einzudämmen.

Was mich darüber hinaus noch lockt, wäre definitiv die Kräuterwanderung und (man kann ja auch ruhig mal gezielt an seinen Defiziten arbeiten) so einer Kanutour gegenüber wäre ich auch nicht abgeneigt. Das letzte Mal im Kanu versagte ich 1999 als ich mit meiner lieben Freundin Simone mehrfach aus dem Schilf geborgen werden und am Ende offiziell “abgeschleppt” werden musste.

Foto: Heiko Sehrsam

Fotocredit: Janne Litzenberger

Vorbild-Charakter hinsichtlich Nachhaltigkeit

In Sachen Nachhaltigkeit findet sich auf der Homepage des Festivals so einiges, dass darauf schließen lässt, das es sich um eine Veranstaltung mit echtem Vorbild-Charakter handelt. Ich las irgendwo von Bio-Klos. Der Kracher. Ein Food-sharing-Zelt? Eine Kooperation mit der Tafel e.V. und Viva con Agua? Respekt. Hier scheint sich jemand richtig Gedanken gemacht zu haben. Und zwar nicht , wie man der Zielgruppe das Geld aus der Tasche zieht, sondern  wie man die Werte der Menschen auf diesem Festival in allen Bereichen lebendig werden lassen kann.Das fällt ja meines Erachtens viel zu oft hinten runter.

Foto: Ilona Henne // ILOve Photography www.ilovephotography.de

 Familientauglichkeit

Die Vielfältigkeit der Angebote und auch die eben schon angesprochene respektvolle und vorbildliche Haltung der Veranstalter und deren Umsetzung auf dem Festival sind nicht die einzigen Gründe, die das Festival zu einem echten Familienhappening machen. Es gibt tatsächlich ne ganze Menge Angebote die sich speziell an Kinder und Familien richten. Gerade ich als Erzieherin (und Zeit Leo Abonnentin) finde ich es echt schade, dass sich die Kinder entschieden haben, mich nicht zu begleiten. So verpassen sie nicht nur das Zeit Leo-Festivalzelt sondern auch die Zwergstadt, Kindertanzangebote und die Möglichkeit “Platt zu schnacken”. ABER, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und wenn das Festival tatsächlich so schön wird, wie ich es mir jetzt schon vorstelle, dann finden meine Mädchen vielleicht schon dieses Jahr ihre ersten Festivalkarten unterm Tannenbaum. Die müssen ja nicht auch erst 37 werden um ihr erstes Festival zu besuchen, oder?

Fotocredit: Hinrich Carstensen

Foto: Robin Schmiedebach Photography www.robinschmiedebach.com

Habt ihr das Video gesehen, als ich es bei Facebook geteilt habe?

Ich finde das sieht einfach alles nur mega schön und entspannt aus. Genau so wie ich mir mein erstes Mal auf einem Festival vorstelle. Entspannt, vielfältig, bunt. Und fragt ihr euch sicher, warum ihr nicht auch schon längst Karten für das A Summers Tale Festival am Kühlschrank hängen habt. Gute Frage! Wenn ihr das ändern wollt, könnt ihr mal zu Nic rüber hüpfen und zwei Tagestickets gewinnen. Ich würd mich freuen euch zu treffen! Ich bin die, die selig grinsend und völlig überfressen auf der Wiese liegt (oder mit dem Kanu irgendwo an ungünstiger Stelle festhängt)!

Habt ihr denn vielleicht noch andere Festivalempfehlungen für mich? Oder gibt es etwas, von dem ihr glaubt, dass ich es unbedingt einmal sehen/erleben sollte? Ich freu mich über eure Vorschläge!

Liebste Grüße,

Vanessa

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12 Comments

  • Reply
    anja// das-tuten.der.schiffe.de
    30. April 2017 at 10:36

    ha! haha! das kanu im schilf! ein göttliches bild! ich freue mich auf diesen tag wie ein schnitzel! herzlich aus hamburg, anja

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    30. April 2017 at 11:27

    Und ich mich erst! Liebste Grüße!!

  • Reply
    Claudia
    2. Mai 2017 at 11:01

    Ich komme mit zu den Food-Trucks! Seitdem ich hier in der Pampa wohne, vermisse ich täglich die Vielfalt an Snacks auf die Hand, wie man sie in Hamburg gewöhnlich an jeder Ecke findet. Wie man aus Hamburg (halbe Stunde) mit dem Zug hungrig nach Hause kommen kann, ist mir immer ein Rätsel, wenn Herr Reetselig hier hungrig über den Kühlschrank herfällt.
    Toller Text, denn du da geschrieben hast!
    Claudia

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    2. Mai 2017 at 14:04

    Das ist fein! Geteilte Kalorien, sind halbe Kalorien…weiß man ja. Ich freu mich schon wie Bolle!

  • Reply
    leni pepunkt.
    2. Mai 2017 at 14:43

    Ich würde da auch sooooo gerne hin. Nur (leider muss man da ja fast sagen!) sind wir zu der Zeit gerade in Schweden im Sommerurlaub mit Freunden. hmpf!
    Ich bin gespannt, was ihr so erzählt, dann werde ich mir das Datum direkt für 2018 GANZ FESTE im Kalender eintragen. Sommerurlaub hin – Sommerurlaub her!

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    2. Mai 2017 at 18:48

    Ich werde dich daran erinnern!!!! Aber um Schweden beneid ich dich auch. Liebe Grüße!

  • Reply
    Jule vom Craftyneighboursclub
    2. Mai 2017 at 21:10

    Vanessa, du Liebe, wir beide zum Kräuterwandern! Da freue ich mich drauf, glaub mal. Liebste Grüße zu dir, Jule

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    3. Mai 2017 at 16:21

    Ich auch, Jule! Das wird ne richtig feine Klassenfahrt!

  • Reply
    Dési von A Matter Of Taste
    4. Mai 2017 at 07:10

    Da sind in diesem Jahr ja ordentlich viele Blogger vertreten;) Vielleicht sollte ich auch kommen. Auch, wenn Camping eigentlich so gar nicht meins ist. Bei deiner Kanu-Geschichte musste ich so lachen…
    Liebe Grüße
    Dési

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    4. Mai 2017 at 18:13

    Wir campen auch nicht, sondern verbringen nur den Samstag dort 😉 Obwohl ich so einer Glamping-Lösung nicht abgeneigt wäre 😉

  • Reply
    Gute-Tipps-zur-alltagsorganisation-mit-Schulkindern-im-Schuljahr
    4. August 2017 at 15:02

    […] Jetzt muss ich aber langsam ab zum Bahnhof. Hamburg wartet! Und morgen geht es dann aufs A Summerstale Festival. […]

  • Reply
    Frau Piepenkötter I Auf dem A Summers Tale Festival
    13. August 2017 at 09:48

    […] Tale Festival. Auf Bloggerklassenfahrt. Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich das vor einiger Zeit hier schon mal angekündigt hatte. Mein allererstes […]

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