Draussen/ Unterwegs

Piepenkötters am Roten Meer: Eine Retrospektive!

Frau Piepenkoetter I Aegypten

Am 29. September war es soweit. Wir sind in den Urlaub geflogen. Im Vorfeld hatte ich die halbe westliche Welt ja mit der Frage auf Trab gehalten, wohin wir denn bitte reisen sollten?! Was ist denn heutzutage noch moralisch und politisch vertretbar, ungefährlich und bezahlbar? Wenn du noch “Badewetter-warm” hinzu nimmst, ist die Antwort relativ einfach: Nichts! Oder das örtliche Hallenbad.

Die Kinder und ich wären von Herzen gern wieder in die Türkei geflogen. Im Oktober 2016 verbrachten wir dort ja schöne 2 Wochen, aber wir Eltern konnten uns dann doch nicht mehr dazu durchringen. Leider.

Nach dem Abwägen aller Möglichkeiten und der Barschaft und nachdem wir feststellten, wieviele Pauschalreisen ab Hannover nur noch mit einer Zwischenlandung in Istanbul zu haben waren, machten wir irgendwann “so mittelmäßig überzeugt” Nägel mit Köpfen und buchten eine Halligalli-Wasserpark-All-inn-Destination in Hurghada.

Ägypten

Frau Piepenkoetter I Badeurlaub mit der ganzen Familie

Ich hatte ja mal von den unterschiedlichen Urlaubstypen meiner Familie berichtet und dieser stumpfe Pool/Liege/Badeurlaub sollte quasi der erste “hier ist für alle was dabei”-Kompromiss sein. Familienurlaub.

Und da ihr ja alle irgendwie mitgeholfen habt, dafür oder dagegen zu entscheiden, habe ich mir gedacht, ich lasse euch mal ein kleines Fazit da.

Frau iepenkoetter I Urlaub in Aegypten

Schlecht war….

…das Essen. Unser Hotel pries Buffets in bis zu 6 Restaurants an. Leider waren diese Restaurants für meinen Geschmack in jeder Hinsicht zu sehr kantinenmäßig. Es gab durchaus auch mal etwas Leckeres, aber die meiste Zeit suchte ich zwischen den verschiedenen Speisen etwas, dass für mich vertretbar war.

… das Zimmer. Ich bin ja in dieser Hinsicht sehr eigen. Das Zimmer vom Schnitt und der Lage war auch völlig in Ordnung, aber das Ausstattungsniveau befand sich auf Höhe eines überalterten Center Parcs.

…das ständige Gefühl, Menschen erziehen zu müssen. Väter die beim Frühstück ihre Kinder zuquarzten. Mütter die über den Tisch brüllten, weil ihr Kleinkind sie unterbrochen hat. Leute mit Nazi-Tattoos und Bandshirts aus der rechten Szene. BITTE??????!!!!! Was soll das? Ich sollte viel mehr Urlaubsorte in abgeschiedener Alleinlage suchen. Offensichtlich.

…das mir ständig jemand eine Safari verkaufen wollte. Zig dieser “Promoter” liefen über das Hotelgelände und alle 20 Minuten stand einer an der Liege und fragte “Safari?” “Nein!!” “Morgen vielleicht?” “NEEEIIIN!!!” Versteht mich nicht falsch. Die jungen Männer waren nicht blöd oder aufdringlich. Sie haben es nach dem zweiten Nein ganz einfach dabei belassen und mir einen schönen Urlaub gewünscht, aber trotzdem hat es genervt.

…chaotische Zustände auf dem Flughafen. Wir hatten, da wir nur einen späten Hinflug und frühen Rückflug bekamen, faktisch nur 5 Tag in Ägypten. Die gesamte hart erarbeitete Entspannung, die ich an diesen Tagen auf der Pooliege ansparte, verflüchtigte sich mit Betreten des Flughafens Hurghada. Ich bin unfassbar erstaunt gewesen, als wir 9 Stunden später tatsächlich alle inklusive des Gepäcks wieder in Hannover gelandet sind. Das hatte ich schon fast nicht mehr u hoffen gewagt.

Frau Piepenkoetter I Urlaub im Aquapark

Schön war…

…die Zeit mit der Familie. Das kam in letzter Zeit oftmals zu kurz. Nun waren wir aber alle vier 24 Stunden am Tag zusammen. Fast immer zumindest.

…die Hotelanlage. Fernab aller Minuspunkte war die Anlage des Hotels eine grüne Oase in mitten eines Nirgendwos mit Hotels und Hotelruinen. Unser Bungalow lag zusammen mit einigen weiteren an einem extra Pool und wir hatten dort immer ausreichend Liegen und Ruhe. Es sei denn der Lifeguard der sich selbst so gern singen hörte war da. Andere Geschichte.

…das Jule ein echtes Abenteuer erlebt hat. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich in dem Post mit den Urlaubstypen beschrieben habe, dass ein Mitglied unserer Familie gerne Abenteuerurlaub machen möchte. Jule. Und das hat sie. Gemeinsam mit ihrem Vater war sie in der Wüste zum Quad fahren, ist im Roten Meer geschnorchelt und hat auf hoher See eine Delfinfamilie mit einem kleinen Baby beobachtet.

Frau Piepenkoetter I Aegypten mit dem Quad

 

Frau Piepenkoetter I Delfine auf hoher See in Aegypten

 

…das ich Zeit zum Nachdenken und Lesen hatte. Ich habe tatsächlich in den 7 Tagen dieser Reise 7 Bücher gelesen. Und ich bin mir über so einiges klar geworden, während sich auf der anderen Seite plötzlich wieder ganz neue Fragen stellten. Auch die Tatsache, dass wir Erwachsenen Zeit hatten ungestört über diese Fragen zu diskutieren, schätze ich als unglaublich wertvoll ein. Im Alltag, mit der To-do-Liste im Nacken oder geschafft vom Arbeitstag sind unsere Diskussionen manchmal auch eher unkonstruktiver Natur. Verständnis haben ist eben immer viel einfacher, wenn man ausgeschlafen ist, oder?

 

…das wir mit vielen  Einheimischen urlaubten. In der Türkei hatten wir viel netten Kontakt mit den türkischen Angestellten und Kaufleuten rund ums Hotel. In Ägypten fand ich ganz besonders gut, dass darüber hinaus auch viele Einheimische und Menschen aus muslimischen Nachbarländern dort Urlaub machten. Die Frauen im Burkini (heisst das echt so???) haben mich nicht gestört. Im Gegenteil. Das kann ich von dem Mann mit dem “Blut und Ehre” Schriftzug überm Bauchnabel nicht behaupten. Ich finde es schön, auch in so seltsamen Resort-Urlauben  Einheimische zu treffen. Die waren, entgegen der Behauptungen in den meisten Hotelbewertungen die ich so gelesen habe, übrigens wesentlich angenehmere Miturlauber als meine Landsleute. Sorry!

Frau Piepenkoetter I Jungle Aqua Park

…der nette Herr vom Housekeeping, der die Kinder so gut mit seiner Kunst unterhielt. Maja nannte ihn Mister Obama. Die Ähnlichkeit war nicht abzustreiten. Und wir fühlten uns von diesem einzelnen Menschen tatsächlich überaus gut umsorgt, denn er reinigte nicht nur zuverlässig und rücksichtsvoll die Räume, sondern sorgte auch immer für mehr als ausreichend Getränkevorrat und fragte, ob täglich, ob wir auch wirklich mit allem zufrieden seien. Ein großes Danke gabs dafür von uns am Ende. Und Bakschisch natürlich.

Frau Piepenkoetter I Rotes Meer

Fazit:

Der Urlaub war schön und hat sich gelohnt. ABER wir würden beim nächsten Mal “Familienbadeurlaub” nicht unbedingt mehr nach Ägypten fliegen (und wenn eher nach El Gouna), Wert auf andere Flugzeiten legen (müsste man vielleicht eher buchen), wesentlich weniger Klamotten und ggf. mehr Bücher mitnehmen (drei Shirts, Hose, Badezeug und fertig!) und wir brauchen mit den steinalten Kindern kein Halligalli-Family-Resort mehr. Ein Tag in der Wasserrutschenhölle oder 2-3 Rutschen vor Ort ( statt 36) hätten auch gereicht.

 

Gut zu wissen für das erste Mal in Ägypten:

Wer ohne mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass einreisen will, braucht zusätzlich zum Personalausweis ( der ebenfalls noch 6 Mon. gültig sein muss) ein aktuelles Passbild für das Visum in Ägypten. Für das Ausfüllen des Visums sollte man auch immer ausreichend Stifte im Handgepäck haben. Wir haben es im Flugzeug ausfüllen müssen. Darüber hinaus wird in Ägypten eine “Einreisegebühr” erhoben. Pro Person sind das (eigentlich) 25€. Wir haben 106€ für 4 Leute bezahlt. Aber nachts um zwei auf dem ägyptischen Flughafen fängst du wegen 6 € keine Diskussionen an. Isso. Generell ist es gut, ein bisschen mehr Hartgeld und kleine Scheine “auf Tasch” zu haben, denn in Ägypten ist es üblich, für Dienstleistungen “Bakschisch”, also Trinkgeld, zu geben.

Was wir auf jeden Fall wiedermal festgestellt haben ist, dass wir gemeinsam viel Spaß hatten und doch gern ständig verreisen würden. Wir planen auf jeden Fall schon zuhause unser Reisejahr 2018 und Ende des Monats gehts erstmal wieder ab in die Niederlande. Ich freu mich drauf!

Liebste Grüße,

Vanessa

 

 

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