Ansichtssache: Was ihr gelesen habt und was ich gemeint habe!

Frau PPiepenkoetter

In der letzten Woche ging hier ein Post online, den ich geschrieben habe und anschließend veröffentlicht ohne ihn nochmal so echt und richtig zu lesen. Das habe ich mit Absicht gemacht, denn zum einen müssen manche Sachen mal gesagt werden und zum anderen finde ich eh keine Fehler oder Ungereimtheiten, wenn ich emotional aufgewühlt bin. Und das war ich. Das ebbt meist mit der Veröffentlichung ab. Dann ist es raus. Aber dieses Mal war das nicht so.

Was lief da schief?

Ich könnte jetzt Friedeman Schulz von Thun aus der Kiste holen oder mein Geschriebenes sezieren bis zur Unkenntlichkeit, aber das nutzt nix. Fakt ist, ich habe unzählige Kommentare und Nachrichten auf allen Kanälen bekommen und scheinbar fast jeder hat etwas anderes aus diesem Text herausgelesen. Kaum jemand das, was ich gemeint habe. Ich will nun einfach mal. weil es mir ein inneres Bedürfnis ist (Kurze Zwischenfrage: Gibt es äußere Bedürfnisse? Sind das Schuhe?), die eklatantesten Fehlinformationen nennen und Stellung nehmen. Es folgt eine Ansprache.

„Bloggen ist so eine Belastung“

Ich weiß nicht, an welcher Stelle man das rauslesen kann, aber so ist es nicht und nie gewesen. Im Gegenteil. Mein Blog und mein Netzwerk haben mir so viele wunderschöne Momente, tolle Erfahrungen und unverzichtbar wunderbare Menschen beschert, dass es genau das Gegenteil ist. Ich dachte, dass sei spätestens hier klar geworden. An manchen Tagen möchte ich nichts anderes machen als bloggen. ABER: Eure lieben Worte, die netten Kontakte, neugewonnene Freunde und tolle Möglichkeiten zahlen weder meine Krankenkassenbeiträge, noch das Mittagessen oder den Abtrag fürs Haus. Das sind aber Dinge auf die ich angewiesen bin. Jetzt gerade vielleicht ein bisschen mehr, als noch vor einem Jahr und vieleicht auch wie in einem Jahr, denn momentan ist hier einfach die große Blase „Ungewissheit“ die immer und überall mit am Tisch sitzt. Bis die nicht zerplatzt ist, muss der bezahlte Job ganz einfach die einzige Priorität sein. Wie gut, dass ich den ja auch so sehr mag.

„Ich höre auf zu bloggen“

Never ever. Das wäre ein bissche so, als würdest du die Badtür für immer schließen wollen, aber die Wanne läuft. Versteht man was ich sagen will? Ich kann nicht sagen, dass ich mir immer sicher war, dass ich das alles so hinkriege, aber aufhören war nie eine echte Option. Viel mehr geht es mir darum, kein Ziel mehr zu verfolgen. Wer anfängt zu bloggen, so gelassen er oder sie auch ist, wird früher oder später in irgendeiner Hinsicht in den Wettbewerb treten. Ich war im Wettbewerb mit mir selbst. Drei Blogposts die Woche, Kontinuität, sinnvolle Information, alle Kanäle bespielen. Instagram optimieren. Pinterest optimieren. Facebook pushen. Schönere Fotos. SEO verstehen. Ein Redaktionsplan, Mehrwert etc. etc. Das sind alles Dinge, die ich gemacht habe, weil es mir Spaß macht zu bloggen. Weil das der nächste logische Schritt ist. Für Entwicklung. Wachstum. Weil ich eben nicht mehr nur für mich blogge, sondern gelesen werden will. Weil ich interagieren möchte. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Das alles kostet Zeit. Zeit die ich zur Zeit nicht zu haben glaube. Wie das in einem halben Jahr ist, weiß ich nicht.

„Ich möchte ein bisschen Mimimi machen, damit ihr mich bauchpinselt“

Kinder, ich bin groß. Man möchte fast sagen, fast ein bisschen zu groß für meine Länge. Ich brauche keine Egopusher in Form von netten Nachrichten. Echt nicht. Aber es hat mich natürlich gefreut.

Gesagt hat es im übrigen keiner, aber es gab so viele tolle, liebe, positive und motivierende Nachrichten, dass ich wetten möchte, der ein oder andere hat genau das gedacht. „Frau Piepenkötter schlägt ne Welle um sich ihre Portion Aufmerksamkeit zu sichern“. Ich hab das sicherlich auch schon bei dem einen oder anderen gedacht. Menschlich und Drama. Drama. Drama. Drama. Aber hier kann ich das ausschließen. Ich wollte mit dem Post in der letzten Woche meinen mentalen Stöpsel ziehen. Für mich hat das auch ganz gut geklappt, wenn auch ein bisschen anders als ich es geplant habe. Trotzdem. Operation geglückt.

„Ich distanziere mich von der kommerziellen Blogosphäre“

Ehrlich sehr erstaunt war ich über die Reaktionen die sich dahingehend äußerten, dass sie es sehr begrüßen das ich nicht mit „weißer Küche“ und „nerviger Werbung“ daher kommen wolle. Mich irritiert daran nicht nur, dass ich eben eine weiße Küche habe und tatsächlich auch zu gern so ne clean, minimalistisch weiße Butze hätte, sondern auch dieser negative Blick auf bezahlte Kooperationen (welche ich übrigens ganz und garnicht ausschließe).

Ein Blog, auch ein so kleiner wie meiner, kostet, wie jedes schöne Hobby, Geld. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ich vergleiche es gern mit der Reiterei, denn zum einen wird es immer kostenintensiver je professioneller du es betreiben willst und zum anderen reitest du des Reitens wegen und nicht des Geldes wegen. Aber wenn du mit dem was du liebst und ohnehin tust, ein bisschen Geld verdienen kannst um deine Unkosten zu schmälern, zu decken oder gar bei den sehr engagierten zu übertreffen, dann ist das doch sehr begrüßenswert, oder nicht? Ich finde schon. Und ich finde auch, dass es durchaus richtig ist, dass ein Blogger bei dem ich regelmäßig konsumiere, Ideen und Inspirationen abgreife, an Gewinnspielen teilnehme und Anregungen hole, für seine nicht unerhebliche Arbeit etwas bekommt. Und wie super, wenn das dann noch nicht mal ich zahlen muss, sondern es ein anderer tut, oder?

Wichtig ist, dass es passt. Zum Blog, zum Menschen. Und wenn das zutrifft, dann ist es doch völlig okay, oder nicht? Mein kurzfristiges Träumchen vom Vollzeitbloggen ging einher mit dem Wunsch nach wesentlich mehr Kooperationen. Besser bezahlt. Langfristig. So viele, dass ich Krankenkassenbeitrag, Mittagessen und zum Teil ein Haus davon zahlen könnte. Gut das ich das verworfen habe, denn offensichtlich hätte mich das zum Unsympath gemacht. Obwohl ich der gleiche Mensch gewesen wäre, der mit dem gleichen Herzblut und der gleichen Sorgfalt Themen sucht, ausdenkt, recherchiert, berichtet und dokumentiert was ihn bewegt. Dann wäre ich ein Blogger ohne Leser geworden, oder nicht?

Aus der Traum

Dieser Traum liegt ja nun ohnhin ad acta, aber trotzdem möchte ich euch für mich und meine Kooperationspartner in Zukunft, ebenso wie für alle Kolleginnen und Kollegen um ein bisschen mehr „Mitfreude“ bitten. Nicht selten profitiert ihr nämlich direkt von jeder Mark die da gemacht wird. Weil man Kameraequipment kaufen kann, weil eine Reise (die dann verbloggt wird)  nicht mehr das Budget sprengt, weil endlich mal ein Profi die mobile Seite ordentlich hinbiegt. Und wenn ich mir noch eine Sache wünschen darf, dann, dass auch ihr die Blogger die ihr lest mal bezahlt. In dem ihr ein Like da lasst, einen Beitrag teilt der euch gefallen hat, einen Blogpost kommentiert, der euch ans Herz ging, eine gute Idee auf Pinterest weiterpinnt. Diese Art der Entlohnung kostet euch quasi nix. Nicht mal viel Zeit. Doch sie gerät immer mehr in Vergessenheit und wenn man dann alles zusammen nimmt, kann ich schon verstehen, dass so mancher Kollege und so manche Kollegin frustriert ist. Auch wenn ich es nicht bin. Echt jetzt.

Ich hab es jetzt fertig getippt und fünf mal gelesen. Mir ist klar, dass gerade der letzte Teil unpopulär ist. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich auch diese Nachrichten als liebgemeint und positiv aufgefasst habe. Ich weiß nicht, wo man mich dieses Mal missverstehen wird. Ich bin mir sicher es findet sich was. Aber, und das habt ihr positiv hervorgehoben: Ich bin wie ich bin! daran werden wir alle nichts ändern.

Liebste Grüße,

Vanessa

 

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6 Comments

  • Reply
    fraukanne
    11. März 2018 at 22:25

    Ich lasse eine große Portion Mitfreude da. Es macht einfach Spaß von dir zu hören (auf welchen Kanälen auch immer) und ich möchte es nicht missen, mit dir am virtuellen Küchentisch zu sitzen, um gemeinsam zu klönen, ernsthaft zu diskutieren, Träume zu wagen und miteinander zu hoffen. LG Frauke

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      12. März 2018 at 05:49

      Danke, du Liebe 💕

  • Reply
    Susanne
    13. März 2018 at 12:45

    Gerade für die letzten beiden Absätze möchte ich dich knutschen! Du sprichst mir so aus der Seele! Und deshalb lasse ich dir jetzt einen Kommentar und eine dicke virtuelle Umarmung da! <3

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      13. März 2018 at 12:48

      😘

  • Reply
    Mattea
    17. März 2018 at 22:09

    Ich schaue in einige Blogs, manche interessieren oder bewegen mich einfach. Was aus meiner Sicht alle eint: es werden nur positive Nachrichten und Bemerkungen hochgeladen oder auch nur abgegeben- das macht was mir einem, oder ? Alles ist toll, wird nachgekauft etc.. , man kocht so im eigenen Saft. Man fühlt“ sich als Leser bekannt und ist deshalb über Werbung / „Kooperationen“ eher sparsam begeistert, echt schwierig, das Thema…. Mal sehen, ob es dieser Beitrag schafft…

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      18. März 2018 at 07:38

      Meinst du, das Leserkommentare nur freigeben werden, wenn sie positiv und dem Werbepartner „dienlich“ sind? Das sehe ich anders. Ich genehmige lediglich SpamKommentare nicht und wüsste auch keinen Kollegen/ keine Kollegin die es anders handhabt. Beleidigende Kommentare mal ausgeschlossen. Ich bin ja nicht hier um einseitig zu agieren, sondern um mit euch zu interagieren. Auch wenn es heisst, zwei Meinungen zu vergleichen und zu diskutieren.

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