*…. auf der Infa in Hannover!

In den 80ern aufwachsen war ja grundsätzlich schon speziell. Und, wenn du wie ich „aufm Dorf“ großgeworden bist, ist es quasi noch etwas spezieller.
Ich erinnere mich an drei feste Termine im Jahr, an denen wir „nach Hannover rein“ fuhren. Im Frühling und im Herbst, um im Kaufhaus mit neuen Cordhosen und Anoraks ausgestattet zu werden, und zum Weihnachtsmarkt (wobei es da hauptsächlich um die Kaufhof-Schaufenster mit den Steifftieren ging). Für meine Mutter und Oma gab es einen weiteren festen Termin im Jahr: Die Hausfrauen-Messe!


 Eigentlich hieß diese Messe mal   „Niedersächsische Hauswirtschaftliche Landesausstellung“. Es gibt sie seit 1954 und wie alles irgendwann schicker und moderner wird, heisst sie jetzt „Infa„, was Informationsmesse für Familien bedeutet. Die Infa nimmt für sich in Anspruch, die größte deutsche Erlebnis- und Einkaufsmesse zu sein
Das Makel der Trutschigkeit haftete ihr in meinem Kopf trotz des neuen Namen aber weiter an und ich war grundsätzlich immer eher „uninteressiert“, wenn in den Mütterkreisen im Oktober zur Jagd auf Hobel und Kochblumen geblasen wurde. Und trotz meiner diagnostizierten O.C.D. (Obsessiv Christmas Disorder) konnte mich nicht mal die ganze Messehalle voller Weihnachtskram locken.

Letztlich hat sich das erst geändert, als Dawanda einen Bereich der Infa „belegte“ und meine Freundin Maren vom Dawanda-Shop „Marie-Louis“ dort ausstellte. Seither geh ich schon mal. Das ein oder andere hat sie nämlich doch zu bieten, was auch mich interessiert, diese Infa.
 
Dieses Jahr hab ich Karten für die Infa auf dem Blog der Küchenchaotin gewonnen, welche ich aber dann letztlich gar nicht mehr live kochen sehen konnte, da mein Dienstplan es nicht zu ließ, dass ich unter der Woche zur Messe fuhr. Sie hat zusammen mit Jens von Kochhelden.tv in der LebensArt-Halle gekocht. Das war auch in diesem Jahr dann auch meine Lieblingshalle.

Hier waren die  Hannoversche Kaffeemanufraktur und die Sektkellerei Dupres vertreten. Dupres bietet neben Sekt, Wein und Champagner auch eine große Auswahl Liköre und anderer Leckereien an und wie es der Zufall so wollte, hat meine Freundin und Messe-Begleitung Sandy gerade am Samstag eine Führung durch die heiligen Hallen der Sektkellerei gemacht und war nachhaltig begeistert vom Walnuss-Likör und der Variation mit dunkler Schokolade. Ich hab dann nach kurzem Überlegen nichts gekauft und mir lieber eine Führung mit Verköstigung direkt vor Ort auf die To-Do-Liste geschrieben. Schräg gegenüber ging es dann gehaltvoll weiter.

„Likör auf Weizenbrandbasis“ der, an Hipsterness wohl kaum zu überbieten 8subjektive Meinung der Verfasserin), im Mason Jar verkauft wird. Damit hatten sie mich. Und so hab ich, obwohl noch vor 11 Uhr, die Sorten „Bitter Rose“, „Original“ und „Bratapfel“   aus dem Hause O`Donnell probiert. Dem Bratapfel, finde ich, komme ich mit meinem „Selbstgepanschten“ schon sehr nahe, aber vorallem der „Bitter Rose“ mit Grapefruit, Hagebutte und Holunder war sehr lecker und ich kann ihn mir auch sehr gut, wie von dem netten Verkäufer empfohlen, mit Tonic und „on ice“ als Longdrink vorstellen.

Begeistert hat mich auch der Stand von dorothee lehnen. Ich kannste das Label bislang nicht und war umso erstaunter, als ich las, dass es sich um ein lokales Label handelt. Schon allein die Location ihres Ateliers in der alten Grammofonfabrik macht mich fertig. Ich wollte ja längst schon mal „Hannover entdecken“. Liste sofort um einen Punkt ergänzt! Die Taschen und Täschchen hätte ich alle mitnehmen können. Und noch viel lieber hätte ich diese Stühle einfach eingepackt:

Gern samt Kissen. Die ausgestellte Keramik von Grün&Form hab ich schon im Hofladen meines Vertrauens mehr als einmal bewundert und sie passte in Qualität und Farbe wirklich gut in das Standsortiment. Alles in allem: Habenwollen im Endstadium!

Da es aber ja nicht wirklich Sinn macht (zumindest für mich) Möbel stundenlang quer übers Messegelände zu schleppen, hab ich die Stühle wehmütig zurückgelassen (dezenter Hinweis an lesende Familienmitglieder: Ich habe zeitnah GEBURTSTAG!) und mir stattdessen eine Halle weiter einen kleinen Senf-Frustkauf genehmigt.

Der Senf „aus Omas Kräutergarten“ aus Bad Zwischenahn sieht in seinem kantigen Gläschen nicht nur ganz nett aus, sondern schmeckte mir auch gut. Nachdem ich gefühlt 20 Sorten Senf durchgetestet habe, wanderte sowohl bei Sandy, als auch bei mir die Variante „Curry Ananas“ ins Körbchen. Da es der „Senf des Jahres“ ist, geh ich mal davon aus, dass er nicht nur uns gut geschmeckt hat.
Die Weihnachtshalle hat mich in diesem Jahr nicht so vom Hocker gerissen und dann gab es bei uns  nur noch nen leckeren Flammlachs auf die Hand und die Bekanntschaft mit der weltsüßesten Verkäuferin aus Israel, die es schaffte uns tatsächlich zwei Pflegesets ihrer Totes-Meer-Salz-Kosmetik zuverkaufen. Zitat Sandy: „Oh Gott war die süß! Der hätte ich alles abgekauft!“ Ich kann dem nur zustimmen. Gott sei Dank kamen wir dann letztlich aber doch noch glimpflich davon. 
Was ich mir von der Infa gewünscht hätte, bzw. wünschen würde, wäre neben der Vielzahl an Themenwelten einen Bereich, in dem sich ausschließlich regionale Anbieter der verschiedenen Branchen mischen. Gerade wo Hannover doch immer das „Gewisse nichts“ nachgesagt wird, fände ich es schön, mal komprimiert zu zeigen, dass es auch ganz anders seien kann. Oder gibt es sowas vielleicht andernorts schon? 
Wenn ich nächstes Jahr zur Infa fahren sollte, werde ich den Besuch definitiv besser planen. So war in diesem Jahr z.B. an den ersten Tagen eine Food Truck Meile zwischen den Messehallen aufgebaut und auch der Kreativbereich mit den ausstellenden Dawanda-Shops war nur drei Tage geöffnet. Mit ein bisschen Vorplanung hätte ich also doch noch mehr für mich rausholen können, aber ich habe ja die Entschuldigung, dass ich vor einer Woche erst aus dem Urlaub gekommen bin. Zumindest hab ich mich Christmas-Shopping-technisch schon mal warm gelaufen und werde nächste Woche in Karlsruhe und in der ersten Novemberwoche in Oldenburg auf dem Koffermarkt gleich weitermachen. Habt ihr vielleicht noch Tipps für Märkte oder Läden in und um Hannover? Oder einen Tipp für Oldenburg oder Karlsruhe? Ich würd mich freuen!
Bis dahin macht es gut,
Vanessa

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2 Comments

  • Reply
    Miris Jahrbuch
    24. Oktober 2016 at 11:23

    Voll cool diese Hausfrauenmesse. Achja… Ich will den Hipster-Schnappes!

  • Reply
    Frau Piepenkötter
    24. Oktober 2016 at 17:42

    Du bist zu jung für so hartes Zeuch…lass den mal mir!

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