*Crazy People in Karlsruhe und ein Schwarzwald-Roadtrip

Am letzten Samstag bin ich, ganz abgeklärte Frau von Welt die ich nun mal bin (oder halt eben nicht) nach Karlsruhe gefahren um am Supperclub von Miri teilzunehmen.
Eigentlich, glaube ich,  war Miris grundsätzliche Planung ja etwas anders und sie wollte, wie beim ersten #theheytheresupperclub, ihre Tür für Unbekannte öffnen, aber irgendwie haben wir Freunde von Nah und Fern es diesmal  geschafft, dieVeranstaltung zu kapern.
Sorry, Miri, aber ich bereue nichts, denn es war super leckeres Essen und ein fantastischer Abend, in mitten von Verrückten. Genau die richtige Mischung aus herzhaftem Lachen und auch mal ernsten Themen und ich war endlich mal nicht die Einzige, die ihr Essen fotografiert. Im Gegenteil, ich hab mich sogar so draufgestürzt, dass ich das ein oder andere Mal das obligatorische Foto vergessen habe.
Wer Bilder von unglaublich gutem Essen und ner ganzen Galerie verrückter Leute sehen will, sollte unbedingt bei Instagram unter dem Hashtag #theheytheresupperclub schauen. Aber Vorsicht! Absolute Hungergefahr!

„Warst du schon mal im Schwarzwald?“ hatte Miri mich vor ein paar Wochen gefragt, als klar war, dass ich zum Supperclub kommen und ganze 3 Tage bleiben würde. „Äh, ja, aber da praktizierte Doktor Brinkmann noch!“ war meine Antwort. Und deshalb haben Miri und ihr Uberhusband am Sonntag das kleine Landei (das bin ich) in ihr Auto geladen und haben mit mir einen Roadtrip gestartet. Unser Ziel: DER SCHWARZWALD!!


Begleitet wurden wir spontan von Christiane vom Blog Schabakery, was ganz sich ganz hervorragend passte, denn als jemand der schon ohne Berge und auf der Kurzstrecke an Reiseübelkeit leidet, brauchte ich schließlich jemanden auf der Rückbank der mir gelegentlich gut zuredete. (Okay, eigentlich müsste es heißen „im Notfall die Tüte hält“. Dieser Notfall trat aber nicht ein. Wir sind alle froh und dankbar).

Unser erster Stopp war dann Baden-Baden.

Baden-Baden empfing uns mit etwas Nebel, aber ich muss zugeben, dass ich mich hier schon ein bisschen für das „bergige“ begeistern konnte. Aus bereits erwähnten Gründen meide ich ja diese Höhenlagen im Normalfall. Wie doof von mir!

Unser Weg führte uns zur Baden-Badener Trinkhalle, die, mit Verlaub, keinerlei Ähnlchkeit mit den mir bislang bekannten Trinkhallen hat. Keine „bunte Tüte“ und kein „Lindener Spezial“. Kein Untertitel „bei Rosi“.

Dafür aber 16 korinthische Säulen und eine  90 Meter lange, offene Wandelhalle (okay, das hab ich bei Wikipedia gespickt) mit Wandbildern auf denen auch unser Tagesziel zusehen war: Der Mummelsee! Und da wir den auch noch zeitnah erreichen wollten (man munkelte etwas von Schwarzwälder Kirschtorte) gings zügig weiter auf die Schwarzwaldhochstraße.

Schon vom Auto aus konnte soooo sehr sooo viel sooo wunderschöne Landschaft entdecken. Warum fahre ich nochmal NIE in die Berge? Achso, ja. Aber bei so manchem Ausblick, vergisst du auch die aufkeimende Übelkeit (oder hast sie im Vorfeld schon mit Tabletten ruhiggestellt). Der Nebel, der uns laut Unwetterwarnung am Mummelsee erwarten sollte, hatte sich freundlicher Weise in niederere Gefilde abgesenkt und uns erwartete ein  blauer Himmel und ein traumhafter Ausblick.

  
Und so war am  Mummelsee dann auch einiges los. Jedoch konnten uns unsere ortskundigen Reiseführer bestätigen, dass es für „Mummelsee-Verhältnisse“ noch eher moderat war. Vorallem die Anzahl der Motorradfahrer sei viel, viel niedriger als zur Sommersaison. Und das dieser Ort so stark frequentiert wird, kann ich vollends nachvollziehen. Der ganze See  wird quasi umschlossen vom Schwarzwald, welcher sich folglich auch überall im Wasser spiegelt.Wasser, Berge, Bäume wohin du blickst.  Ach, was idyllisch!
Auf der einen Seeseite befindet sich die Skulptur/Figur einer Meerjungfrau, eigentlich garnicht unähnlich der kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen, nur dass es hier in der nächstgelegenen Gastronomie keine HotDogs, sondern Schwarzwälderkirschtorte gibt. Torte? Torte?

Im Hotel-Restaurant fanden wir einen netten Platz auf der Terrasse und vertilgten jeder ein RIESIGES Stück Torte. Ein Foto habe ich davon übrigens auch nicht („DIE FRAU PIEPENKÖTTER FOTOGRAFIERT IHR ESSEN NICHT!“) Zu dem Zeitpunkt hatte ich nämlich bereits festgestellt, dass so ca. 80% meiner Bilder von diesem Tag blöd unscharf und verwackelt waren und dann gab der Akku vom Handy noch den Geist auf (Sagt man zu den Teilen noch Handy?).
Und ich habe dann natürlich das einzig Richtige getan: Ich war beleidigt und habe Torte gegessen. Ohne Foto. Mit Sahne.
Mein Basiswissen über dieses lokale Backwerk wurde während unserer Kaffeepause um ein Vielfaches erweitert, weiß ich doch jetzt dank meiner Mitreisenden, dass eine Schwarzwälder Kirschtorte nur dann „vernünftig“ gebacken ist, wenn sich Kirschwasser in ausnahmslos JEDER Komponente befindet. Boden. Kirschen. Sahne. Überall muss Schnaps rein. Schnaps. Schnaps. Schnaps. I like. Aber ich war auch noch nie nach einem Stück Torte angetüddelt.
Außer Kirchwasser ist da dann quasi nur noch eins drin und zwar so in etwa Abermillionen Kalorien.

Ich hatte an diesem Tag am Mummelsee nicht das Gefühl das da IRGENDJEMAND meine Figur überwacht hat! Und das war auch gut so. Die 14.000 Tortenkalorien nehme ich als Andenken mit nachhause. Von denen hab ich zumindest länger was, als von dem ersten Tortenschwips meines Lebens. Nochmal ein großes Danke an Miri, Michael und Christiane für den tollen Tag!

Es bleibt zum Schwarzwald-Roadtrip abschließend zu sagen: Bislang konnte ich mich für das Konzept des Tagestrips ja nie so recht begeistern, aber ich glaube, dass hat sich jetzt grundlegend geändert. Hat noch einer nen heißen Tipp für mich? Ne Stadt, ein Dorf, eine Landschaft oder Sehenswürdigkeit  die die (Tages-)Reise wert ist? Torte? Schnaps? Dann her damit. Ich bin gerad reiselustig.

In diesem Sinne,

Vanessa

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2 Comments

  • Reply
    Fee ist mein Name
    4. November 2016 at 14:40

    Habe über Miri hergefunden und mich sehr amüsiert. Ich würde ja sagen: Die Welt braucht mehr Schwarzwälder Kirschtorte. Aber da schnitte ich mir ins eigene Fleisch, trinke ich doch keinen Alkohol. Ich brauche also unechte Torte. Aber den echten Muggelsee…

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    Frau Piepenkötter
    4. November 2016 at 20:02

    Ich würde ja sagen, dass ich so ein Gerät von Torte nur einmal im Jahr vertrage. Den Mummelsee und vorallem das wunderhibsche Panorama allerdings auch öfter <3 Das Holfofenbrot soll da ja auch ganz gut und tatsächlich ohne Alkohol sein.

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