Frau Piepenkötter auf Kur: Wir sind durch! Wir sind da!

Frau Piepenkötter I Kur 1

Aus dem aufregenden Leben der Piepenkötters:

Das Packen ist wie immer. Ich fange sehr strukturiert an, verliere dann zuerst den Überblick, anschließend die Nerven und am Ende werfen und quetsche wir einfach alles irgendwo in jede verfügbare Lücke des Autos und fahren los. Mittwoch früh. Kurz nach sieben.

Ungefähr 300 Meter nach verlassen unseres Grundstücks fahre ich rechts ran. Hab ich mein Portemonnaie dabei? Ich habe in einem letzten Anflug von Struktur eine Tasche mit unseren Ausweisen, dem Geldbeutel und den Reiseunterlagen  griffbereit hinter meinen Sitz gepackt. Hoffe ich zumindest. In Wirklichkeit hat natürlich jemand nach mir die Rollschuhe, Getränke und eine Winnie-Puhh-Fleecedecke oben drauf gelegt.

Die Kinder wollen mir helfen und fangen auf der Suche nach dem Portemonnaie an, an völlig falschen Stellen alles auseinander zu rupfen. Ich finde das Portemonnaie unter einem Haufen Unterhosen. Hatten wir die nicht im Koffer? Egal.

Die Autobahn ist frei und das Auto des Gatten Gott sei Dank so fortschrittlich, dass es völlig ohne mein Zutun anfängt Clarettis Blogst Playlist von Spotify abzuspielen. Danke! Die Kinder sind beide quasi ausgestöpselt und ich fahre selig und lauthals singend vor mich hin. Nur die Notwendigkeit ab und an einen BMWfahrer zu beschimpfen unterbricht meine musische Glückseligkeit. Um 10 Uhr sind wir da.

Die kurerprobte Übermutter runzelt an dieser Stelle schon die Stirn. „Was will die denn so früh schon da? “ Das frage ich mich jetzt auch. Ich hatte die Kurunterlagen im Vorfeld nur grob überflogen und wenn wir ehrlich sind, auch nur bis zu dem Teil, an dem geschrieben stand, dass es lediglich in der Cafeteria WLAN gibt. Da hab ich abgebrochen und mich an mehreren Stellen des Universums über diesen Zustand im Allgemeinen und seine Auswirkungen auf mich im Besonderen beschwert. Wie im Mittelalter!!!

Auf dem Teil der Kurunterlagen der also noch gelesen wurde, stand klar und deutlich, dass eine Anreise ab 10 Uhr möglich sei und man damit auch schon den ersten Tag bestmöglich nutzen könnte. Ganz in der mir eigenen „Wenn schon, denn schon“-Manier  standen wir also Schlag 10 am Schalter der Patientenbegleitung. „Wie schön! Ich gebe ihnen schon mal die ersten Termine und um 15 Uhr können sie dann auch schon ihr Zimmer beziehen!“

Na Bravo! Müde, Hunger, Pipi und nur noch 5 Stunden bis wir die 20.000 Kilo Gepäck würden ausräumen und so richtig ankommen können. Da wo die nächsten drei Wochen unsere Schuhe vorm Bett stehen sollen (oder unterm Sofa liegen).

Wir haben also eine Liste in der Hand und ein bisschen komme ich mir vor, wie beim DSDS-Casting. Der erste Termin beim Arzt, der zweite bei der Ernährungsberatung und er dritte beim psychosozialen Dienst. Und immer heißt es, den richtigen Ton treffen um am Ende das richtige Ergebnis zu erzielen. Oder nicht?

Das ist gar nicht so leicht, denn ich muss meine Grundmelodie dafür umstellen. Anstatt meine Beschwerden immer wieder und immer weiter zu bagatellisieren muss ich hier wohl eher darauf achten, sie vollständig und in ihrem ganzen Ausmaß aufzubieten um am Ende auch eine entsprechende Behandlung zu bekommen. Das liegt mir nicht. Lag es nie. Aber da der erste Arzttermin um 10.10 Uhr auf uns wartet, bleibt nicht viel Zeit zu überlegen. Wir sind da. Wir sind durch. Die Kur fängt an.

Mehr zu de wie, wann, warum, wieso weshalb dann in den nächsten Tagen, okay?

Liebste Grüße,

Vanessa

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1 Comment

  • Reply
    Frau Piepenkötter auf Kur I Vom Stress und schattenwerfenden Gedanken
    8. April 2018 at 12:57

    […] wisst ja nun schon, warum ich zur Kur gefahren bin, ihr habt die Anreise quasi miterleben können und ich habe auch schon ein bisschen was zum Thema Selbstfürsorge für […]

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