Genussliebe: Ein Schokolade Workshop auf dem Landsitz Kapellenhöhe!

Etwas, dass ich definitiv viel zu selten tue, ist das genießen, was eigentlich am naheliegendsten ist. Also wörtlich gesehen. Im geografischen Sinne. Versteht ihr?

Ich wohne am Steinhuder Meer, dem größten Binnensee Norddeutschlands in einem sogenannten Naherholungsgebiet. In und um Hagenburg, quasi rund ums Meer gibt es eine Vielzahl an netten Orten und Ausflugszielen die gerade für Familien super geeignet sind. Kirchen mit spannenden Geheimnissen, Strände, das Moor, drölfmillionen Wildgänse in den Meerbruchwiesen, die Inselfestung Wilhelmstein, das Bergmannsmuseum am Schacht Weser (von meinem Haus ca. 250m entfernt und trotzdem war ich noch niemals da), die Windmühle Paula und die „Weiße Düne“ in Mardorf zum Beispiel.Aber irgendwie ist hie immer soviel Alltag, dass ich diese Seite meiner Heimat sträflich vernachlässige. Und das, meine Freunde, muss anders werden! Warum in die Ferne schweifen und so…ihr wisst schon was ich meine.  Und aus diesem Grund kam mir das Angebot der regionalen Volkshochschule für den Kurs „Chocolade- göttliche Süße“ auf dem Landsitz Kapellenhöhe zwischen Hagenburg und Winzlar gerade recht. Gibt es was besseres als Schokolade? Nee. Also: Zack! Gebucht!

Der Landsitz Kapellenhöhe

Der Landsitz Kapellenhöhe ist schon so lange ich mich erinnern kann DAS Restaurant mit dem besten Blick über das Steinhuder Meer. Als ich ein Kind war, hieß es allerdings noch anders und war allgemeinhin als „das Luftige“ bezeichnet. Ob das der richtige Name war, weiß ich nicht mal. Aber so ist das ja bei lokalen Institutionen.    erwarb Achim Kapelle diese Landmarke und baute sie zu dem um, was heute so charakteristisch gelb über dem Steinhuder Meer thront. Dort betreibt er mittlerweile nicht nur ein Restaurant, sondern auch ein Hotel, ein Spa und eine Tagungs- und Feierlokalität und darüber hinaus eine Schokoladenmanufraktur.

Für den Volkshochschulkurs trafen wir uns an einem Samstagvormittag um 9.30 Uhr in den Räumlichkeiten des Restaurants. Bilder vom Haus und dem Blick aufs Meer hab ich wegen schlechter Sicht leider nicht. Aber die Location ist ja nicht aus der Welt und ich werde euch zu gegebener Zeit nochmal mit zur besten Lage in der Schaumburger Toscana nehmen. Am Kurstag dort angekommen bekamen wir zuerst einmal eine wirklich unglaublich leckere heiße Schokolade zur Einstimmung serviert.  Vergesst Kakao! Richtige heiße Schokolade ist einfach genial.

Anschließend hat uns Herr Kapelle persönlich eine Einführung in die Kakao- und Schokoladeherstellung gegeben und warum er genau hier am Steinhuder Meer eine Chocoladen-Manufraktur eröffnet hat.

Fakten Fakten Fakten

Es gab Schautafeln mit unterschiedlichen Abbildungen mesoamerikanischer Ureinwohner und die Kakaobohne im Querschnitt, darüber hinaus würde eine Kakaofrucht in getrockneter Form herum gereicht. Herr Kapelle macht den Eindruck, dieses Thema wirklich zu leben und wartete mit viel Input zur Herkunft des Kakaos in u.a. Mexiko und seinem Siegeszug nach Europa auf. Fünfzig heiße Schokoladen am Tag trank der berühmte Montezuma und trotzdem ist er auf den Abbildungen eher der stählernde Schönling, als ein moppeliger Stammesfürst.

Achim Kapelle reichte uns sogenannte Riechgläser, welche Kakao in verschiedenen Verarbeitungsstufen enthielten und es war erstaunlich wie intensiv, aber der uns bekannten Schokolade unähnlich doch diese Erzeugnisse rochen. Eher irgendwie nach Essig.

Das braune Gold

Wusstet ihr, dass Kakaobohnen bei den mesoamerikanischen Völkern ein Zahlungsmittel waren, dessen Wert höher als der von Gold geschätzt wurde? Je schöner/größer die Bohne war, umso wertvoller war sie. Und das brachte auch die ersten „Geldfälscher“ hervor, die kleinere Bohnen einfach über Wasserdampf aufdämpften und mit Maismehl umhüllten um sie größer und so mit  wertvoller zu machen.

 Viel interessanter fand ich allerdings, dass wohl tatsächlich in Steinhude die erste Schokoladenherstellung Deutschlands gegründet wurde. Ich lebe quasi in der Wiege deutscher Chocolatierkunst und ich finde, dass erklärt so einiges.

Johann Henrich Schwabe begründete laut Herrn Kapelle diese erste Manufraktur auf deutschem Boden bereits im Jahr 1740 , als er aus dem Dienst des Graf zu London austrat und auf Einladung des Grafen zu Schaumburg ans Steinhuder Meer kam. Das erste hier produzierte Produkt war der sogenannte Steinhuder Schokoladentaler, der eine in Münzform gepresstes Stück Schokolade war, welche aufgegossen werden konnte um als heiße Schokolade getrunken zu werden. Die Münzform ergab sich aus der Verwendung und war eigentlich viel mehr dem Tassenboden geschuldet, auf den man diesen Taler lege sollte. Ein Convienienceprodukt für Fürsten und Könige. Tatsache! Und Herr Kapelle verkauft diesen Taler heute wieder.

Im Anschluß an diesen theoretischen, aber keinesfalls uninteressanten Teil gab es ein leckeres Frühstück, dass neben Schokolade auch frischgebackenes Brot und hausgemachte Konfitüre beinhaltete. Im Anschluß durften wir dann selbst Schokolade“herstellen“, wobei die Schokolade an sich bereits fertig war und wir sie noch mit verschiedenen Zutaten verfeinert haben.

 

Herr Kapelle und sein Mitarbeiter erklärten, dass der Schmelz einer Schokolade (hieß das so?) davon abhängig ist, wie oft sie conchiert wurde. Den Begriff kennt ihr evtl auf der Werbung (ich zumindest und ich gucke ja nun kaum TV) . Wasser- Geruchs- und Bitterstoffe verflüchtigen sich dadurch. Im Hause Kapelle wird die Schokolade intensiv conchiert und dadurch wirklich sehr sehr lecker. Meine Schokolade enthielt Mohn, Rose und Lavendel. Wer Interesse daran hat, seine eigene zu machen, kann hier mal schauen. Die Familie Kapelle bietet Chocoladen-Verkostungen, Kindergeburtstage und ein Chocoladen-Frühstück an und wer noch mehr Tipps für die Gegend braucht, der darf ruhig fragen. Manchmal weiß ich ja was 😉
Herzliche Grüße,
Vanessa

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