Die Refertilisation beim Mann: Da isser! Der Operateur unseres Vertrauens! (2/3)

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Was bisher geschah lest ihr hier.

Ich muss jetzt schauen, ob ich das alles noch so fehlerlos zusammenkriege. Eins kann ich aber vorab sagen: Das Gefühl war hier von vornherein anders. Nachdem wir uns abgesprochen hatten und Niklas die Idee gut fand, noch einen zweiten Arzt zu befragen, rief ich in der Praxis von Doktor Petsch an.

Anfang Februar: Finding Doctor Right !

Die freundliche Mitarbeiterin sagte mir, dass unsere offenen Fragen, auch die weniger “medizinischen” mit denen ich sie gleich überfiel, vom Doktor persönlich mit uns besprochen werden würden. Sie würde uns gleich eine Email mit einer Menge Vorabinformation schicken, die wir lesen sollten und wir würden jetzt und hier einen Termin für eine unverbindliche und kostenfreie telefonische Beratung mit dem Doktor bekommen.

Schon bevor ich auflegte hatten wir eine Email mit zahlreichen Informationen zu Verfahren, Erfolgsaussicht, der persönlichen Erreichbarkeit des Doktors, der Terminvergabe, dem Ablauf der OP, notwendigen Vorgesprächen und Beratungen und die fixen Gesamtkosten der Operation und wenige Stunden später telefonierten wir mit Doktor Petsch.

In dem Telefonat klärten wir unsere vordringlichen Fragen also persönlich und ohne zusätzliche Kosten. Wir erfuhren, dass es nicht notwendig sei, vor dem eigentlichen Operationstag in Düsseldorf vorstellig zu werden. Alle notwendigen Voruntersuchungen könnten hier bei uns durchgeführt werden (z.B. vom Hausarzt) und das Narkosevorgespräch würde direkt am OP-Tag vor der OP durchgeführt werden. Im Gegensatz zu dem vorherigen Arzt stellte Doktor Petsch uns eine sehr gute Erfolgschance in Aussicht. Niklas ist knapp über 40, die Sterilisation erst 3 Jahre her, die Infos des Operateurs bei der Sterilisation vielversprechend und da wir beide ja schon problemlos miteinander ein Kind gezeugt hatten, dürfe es auch keine grundsätzlichen “Kompatibilitätsprobleme” geben. Die Kosten für die OP seien fix 4900 Euro (inklusive Narkose). Im Anschluss an die OP könne gern eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden, damit sichergestellt werden kann, dass sich der Patient in den drei Wochen die für die vollständige Genesung angesetzt waren, ausreichend schonen kann. Doktor Petsch empfahl uns, nach der OP eine Nacht in Düsseldorf zu bleiben und gab auch konkrete Hotelempfehlungen in der Nähe der Klinik.

Beeindruckt hat uns die lockere und freundliche Art mit der Doktor Petsch mit uns sprach, wieviel Mühe er darauf verwendete, alles so einfach und verständlich wie möglich für uns zu erklären, aber auch genauso ausführlich wie wir es brauchten/wollten und das alles so unglaublich gut organisiert war. Bereits an diesem Abend konnte uns Doktor Petsch freie Termine in der nächsten Zeit nennen und wir haben uns spontan für den Mittwoch der Osterwoche, also Mitte April, entschieden, da sich durch die anstehenden Feiertage und Ferien kein Problem mit der Betreuung der Kinder ergeben würde und auch sichergestellt war, dass Niklas zumindest ein paar Tage rumliegen konnte.

Nach unserem Telefonat bekamen wir eine weitere Mail von Doktor Petsch. Diese enthielt nun neben den Zahlungsmodalitäten auch alle notwendigen Infos, Eiverständniserklärungen, den Anästhesie-Fragebogen, einen präopertiven hausärtzlichen Befundbericht, einen Bogen für die Patientendaten, Infos zur Enthaarung vor der OP, nochmal Tipps zur Unterbringung und wo man am besten parken kann, Verhaltensempfehlungen NACH der OP, einen Feedbackbogen und (für Chaoten wie mich ja immer sehr wertvoll) eine Checkliste mit allen zu erledigenden Aufgaben und WANN diese durchzuführen sind.

Völlig anders als nach dem ersten Arztbesuch den ich im letzten Beitrag beschrieb, fühlten wir uns gerade zu euphorisch. Alles klang durchschaubar, überschaubar und leistbar und am wichtigsten: Wir glaubten wieder daran, eine echte Chance zu haben.

Februar bis April: Die Wochen vor der OP!

Wir arbeiteten in den Wochen vor der OP sehr gewissenhaft die Liste ab. Ich überwies bereits an Tag 1 nach der OP die Gesamtsumme der Op-Kosten und wer mit mir und meiner Zahlungsmoral (die allerdings einzig auf Vergesslichkeit gründet) schon mal zu tun hatte, der weiß, wie hoch das einzuschätzen ist. Mit jedem Tag der verging wurde ich ein kleines bisschen aufgeregter und unruhiger. Niklas allerdings nicht. Der hatte wieder diese beneidenswerte Zuversicht, dass alles schon so läuft, wie er es sich gedacht hat. Ha! Um nicht völlig untätig zu sein, nahm ich natürlich ( wie man das als verantwortungsvolle Erwachsene so macht) ein Supplement für die Kinderwunschzeit (*)ein und verpasste dem Gatten schon mal das gleiche nur “for men”(*). Ihr merkt, ich hatte irgendwie Zeitdruck 😉

Wir hatten mit Doktor Petsch auch über die Möglichkeit gesprochen, statt einer Hotelübernachtung gleich die Heimreise anzutreten. Da Niklas ja nicht selbst fahren würde, sprach für ihn nichts dagegen und wir buchten kein Hotel. Wenn ich mich recht erinnere fielen einzig und allein für den hausärztlichen Befund noch ein paar Euro an, da es sich hierbei um eine Privatleistung handelte. Und Kühlmaterial für unterwegs und zuhause haben wir angeschafft, wie in den Unterlagen des Arztes empfohlen.

Mitte April: Der OP Tag

Mitte April war es dann soweit und wir brachen morgens nach Düsseldorf auf. Unser Termin war um 11 Uhr und wir fuhren sehr zeitig los, um aller Eventualitäten zum Trotz pünktlich in der Praxis zu sein. Dort kamen wir dann auch eine Stunde zu früh an, nachdem wir in einem der empfohlenen Parkhäuser geparkt hatten. Alles nach Plan also.

In der Praxis wurden wir von den netten Mitarbeiterinnen dann in einen Raum mit Sofa gebracht, man bot uns was zu trinken an und wir warteten auf den Anästhesisten. Doktor Petsch würde dann im Anschluss zu uns kommen. Und so war es auch. Niklas hatte sein Vorgespräch für die Narkose und kurze Zeit drauf kam Martin Petsch herein und begrüsste uns herzlich. Er bat uns noch kurz zu warten und würde uns dann gleich abholen, damit wir uns in seinem Büro besprechen könnten.

Nachdem er Lederjacke gegen Arztkittel getauscht hatte, kam er dann und führte uns in seine Büroräume. Wasser, Kaffee, Schokolade…es war für alles gesorgt und er erklärte uns nochmal sehr detailliert, wie genau jetzt der Ablauf wäre und was genau gemacht wird. Während er noch einmal mit Niklas alleine sprach wanderte ich im Wartezimmer die Wände ab, die überseht waren mit Bildern von Babys und Dankesworten der Eltern. Erstaunlicher Weise waren manche der hier abgebildeten Babys schon zimmerhalb kürzester zeit nach der OP gezeugt worden. Im Netz hatte ich von “in der Regel mehr als 9 Monate” gelesen bis die Qualität der Spermien wieder “normal” sei. Doktor Petsch hatte davon gesprochen, dass es ca. 3 Monate dauert, bis die nach der OP produzierten Spermien eben auch “reif” sind. Er würde unter der OP schon eine Probe entnehmen und könne daran die Qualität und Quantität einschätzen und eine erste Prognose geben. Zusätzlich hatte er mir als Auftrag während der OP ein Privatrezept verpasst und mir erklärt wo ich die nächstgelegene Apotheke finde, in der man mir alle notwendigen Schmerzmittel für die Zeit nach der OP und auch Nahrungsergänzung zur Fertilitätssteigerung beim Mann (*) mitgeben würde. Die Kosten dafür beliefen sich auf ca. 90 Euro, wenn man die 3 Monatspackung der Nahrungsergänzung wählt.

Dann tauschten der Doc und ich noch Telefonnummern aus und ich verabschiedete mich von meinem Mann. Während Niklas im OP und anschließend im Aufwachraum lag, saß ich bei Barbara und wurde mit Spargelquiche, Kaffee und Kuchen bestens verköstigt und zusätzlich noch gut unterhalten. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar, denn ich war mit Sicherheit ein eher schwergängiger Gesprächspartner, da ich zum einen wegen der OP mega aufgeregt war und zum anderen habe ich seit Niklas vor ein paar Jahren so schwer krank war ein massives Problem damit, wenn der in Krankenhäusern ist. Und besonders, wenn er eine Narkose bekommen soll. Horror!

Barbara lenkte mich also ab und unterhielt mich bis der Anruf bzw. die WhatsApp von Doktor Petsch kam, dass es Niklas gut geht und ich ihn abholen könne. Das hat im Ganzen glaube ich so 4 Stunden gedauert.

Nach dem mein Mann augenscheinlich völlig okay wieder in meine Obhut übergeben war, bat man uns ein weiteres Mal in das Büro des Doktors, welcher uns dann erklärte, was genau er gemacht hat und das seine Probe unter der OP sehr vielversprechend gewesen sei. Es würde ihn nicht wundern, wenn ich schon sehr sehr bald, quasi direkt, schwanger werden würde. YES! Genau das wollten wir hören!

Und dann bat er uns, und ich gebe zu wir waren etwas irritiert, um ein gemeinsames Selfie, damit er unser Baby später den Eltern zuordnen könne, wenn wir uns hoffentlich bald mit guten Nachrichten melden würden. Ha! Gerade wir zwei Kamerahasser! Aber ernsthaft: Jemandem der gerade all sein mikrochirurgisches Können in deine Familienplanung investiert hat, schlägst du nichts ab! Nichts!

Wir machten also ein Selfie, er vergewisserte sich, dass Niklas okay war, wir unterhielten uns noch kurz über ein paar andere und thematisch völlig anders gelagerte Dinge und verabschiedeten uns dann wortreich und lachend von einander. Sollte irgendwas sein, irgendein Problem, eine Frage, eine Komplikation, so können wir ihn jederzeit ( und damit meint er wirklich 24 Stunden am Tag) auf dem Handy anrufen oder per SMS/whatsapp kontaktieren, sicherte Doktor Petsch uns zu. Und dann stiegen der refertilisierte Mann und ich ins Auto und fuhren nachhause.

April/Mai: Nach der OP!

Nach der OP gab es keinerlei Komplikationen, der operierte Bereich war bandagiert und musste ein paar Tage gekühlt werden, Niklas nahm gewissenhaft seine Tabletten ein und war schon nach ein paar Tagen wiederhergestellt. Mit Sport (ja, ja auch mit sportähnlicher Aktivität) pausierte er insgesamt 3 Wochen.

Anfang Juni: Zack! Schwanger!

Tatsächlich sollte Doktor Petsch recht behalten und ich hielt schon etwas mehr als vier Wochen nach Ende der ähm “Sportpause” einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Leider hat diese Schwangerschaft sehr früh geendet (5./6. SSW), aber bereits im Zyklus darauf war ich schon wieder schwanger. Vielleicht sollte ich diesen Blogpost mal an den Feld/Wald/Wiesen-Urologen weiterleiten, der ja quasi der Meinung war, meine Eizellen seien sowas wie alte Rosinen die man in der Sofaritze findet…Haha! Naja, und das Ende vom Lied? Noch bevor sich der Tag der OP jährt, werden wir Eltern einer dritten Tochter. Danke, Doktor Petsch! Von ganzem Herzen DANKE!

Offenlegung: Dieser Beitrag enthält keine Werbung, sondern unsere ehrliche Meinung und Empfehlung. Er ist nicht “In Kooperation mit” oder gar “Im Auftrag von…” entstanden. Die Kosten aller Untersuchungen, der OP und sämtliche Nebenkosten haben wir selbst getragen. Muss man ja heute dazu sagen 😉 Die mit (*) gekennzeichneten Links sind Affiliatelinks. Kauft ihr die Produkte über den Link, bekomme ich eine kleine Provision und euch kostet es nichts zusätzlich. Natürlich könnt ihr euch auch in einer Apotheke vor Ort zu so einer Nahrungsergänzung beraten lassen, die grundsätzliche Einnahme von Folsäure ist aber bereits vor der Schwangerschaft (vor allem bei der Frau) empfehlenswert.

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8 Comments

  • Reply
    Hausfrieden
    21. Oktober 2019 at 15:33

    Hach. Ende gut, alles gut. Eine wunderbar schöne restliche Schwangerschaft wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      21. Oktober 2019 at 15:46

      Danke, Steffi!

  • Reply
    Mattea
    21. Oktober 2019 at 17:41

    Ich freue mich sehr für Euch- welch eine verrückte Geschichte😊

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      29. Oktober 2019 at 06:59

      Ja, irgendwie schon. Auch was heute medizinisch alles möglich ist. Hab vielen Dank <3

  • Reply
    Katharina
    21. Oktober 2019 at 21:23

    Alles, alles Gute!!

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      29. Oktober 2019 at 06:59

      Danke <3

  • Reply
    Barbara
    30. Oktober 2019 at 12:33

    Hey Vanessa,

    du warst sehr unterhaltsam und man hat dir nicht angemerkt, wie nervös du warst. Gut gehalten! Und: immer wieder gerne 😉

    Die Barbara

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      7. November 2019 at 08:42

      Das ist lieb. Und du weisst ja: Wenn ihr mal in der Gegend seid, wir würden uns freuen!

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