In Piepenkötters Küche: Mealprep ohne Plan!

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Im Rahmen dieses ganzen Gewurschtels rund um Alltagsorganisation und ein stressfreies Leben kam bei Instagram und auch in der Facebookgruppe die Frage auf, ob ich irgendwelche Tipps zum Thema Mealprep geben könnte. Zuerst dachte ich, dass ich da ausser meiner äußerst freien Mealprepinterpretation hier nicht viel zu dem Thema zu sagen hätte, aber dann stellte ich fest, das sich bei mir ungeplant und ohne das ich es bewusst so wahrgenommen habe mehr Mealprep eingeschlichen hat, als ich je geplant hatte. Verrückt! Allerdings ist das fast mehr durchdachte Haushaltspolitik als Mealprep, aber ich wollt es lesen, ihr kriegt es. Also gucken wir mal, was da so los ist in  Piepenkötters Kühlschrank und co.

Mealprep ohne Plan

Eigentlich war mir gesunde Ernährung für uns immer schon ein großes Anliegen. Aber eines, dass es leider gegen die Geschmäcker und Vorlieben mit einer gewissen Vehemenz durchzusetzen gilt.

Gemüse? Bähhh! Fleischlos? Auf keinen Fall! Kartoffeln? Nicht mit uns! So oder so ähnlich geht es bei uns ab. Heißt: Du kochst ein tolles Gericht aus deinem tollen neuen Jamie-Oliver-Kochbuch und keiner isst es. Keiner. Weil keine Nudeln, weil Zimt am Huhn, weil Zuchini in der Pfanne. Danke! Dieses Drama, gepaart mit der Zeitknappheit die hier oft vorherrscht, brachte mich dazu, irgendwann alle Ansprüche an die heimische Küche über Board zu werfen und einfach immer wieder die gleichen uninspirierten und convenience-geschwängerten Gerichte aufzutischen. Gesättigt? Ja. Genossen? Mit nichten.

In der Kur fasste ich aber den Vorsatz das, uns allen zu liebe und mir vor allem , knallhart durchzuziehen. Allerdings in der gemäßigten Version. Mit Möglichkeiten und Alternativen und ohne Zucchini (zumindest meistens). Und das habe ich auch, trotz Stress, Termindruck und Rückschlägen, die meiste Zeit bis jetzt ganz gut hinbekommen. Und das, obwohl seit Monatsanfang unser Tagesablauf ohne Schichtdienst ja nochmal wieder ganz anders ist. Ich sortiere mich mal und versuche euch mal halbwegs strukturiert aufzuschreiben, wie ich das mache.

Einkaufsroutine

Bis September war Einkaufen die Domäne des Mannes. Wir haben jahrelang miteinander trainiert, bis wir mit der gleichen Bezeichnung auch das gleiche Produkt meinten und ich wenn ich 500g Hähnchenfleisch aufschrieb auch eben dieses und kein halbes Brathähnchen vom Schaumburger Grillmobil bekommen habe. Jetzt, wo es sitzt, muss ich diese Aufteilung leider aufgeben, weil des Mannes neue Arbeitszeiten eher schlecht dafür geeignet sind noch einzukaufen. Es sei denn wir verzichten auf seine Anwesenheit beim Abendessen, was wiederum ja der wirklich große Zugewinn im Leben ohne Schichtdienst ist. Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten. Ums kurz zu machen: Ich gehe jetzt immer einkaufen und zwar festen Tagen.

Montags: Nach dem Wochenende besitzen wir i.d.R. kaum noch allein verwertbare Lebensmittel und darum gehts für mich in den Supermarkt. Was ich brauche habe ich schon am Samstag aufgeschrieben, als ich den Speiseplan für die kommende Woche festgelegt habe (schön brav die aktuellen Angebote aus dem Käseblatt berücksichtigt!). Hier wird jetzt alles eingekauft was frisch gebraucht und bis Mittwoch verbraucht wird, was sich länger hält oder ich an den anderen Tagen beim Einkaufen aufgrund des Sortiments nicht bekomme. Niemals ausgehen dürfen Toast und Nutella, wobei wir beim Toast jetzt meistens Monas Quarkbrot nehmen und den Toastkauf auf den Notfalltoast für die Tiefkühlung reduzieren.

Donnerstags: Kommt der Bio-Mann und bringt Gemüse, Obst, Butter,  Joghurt und Quark.

Samstags: Am Samstagvormittag mache ich die Runde zu den Direktvermarktern und Lebensmittelhandwerkern vor Ort. Heißt: Milchcreme und Milch vom Milchhof (plus was es noch gerade so gibt). Kürbis oder Spargel, Marmelade, Eier, Ziegenkäse und ein bisschen Wurst im Hofladen der Spargel- und Kürbisscheune. Wenn ich noch Brot, Brötchen oder Kuchen will, fahre ich zum Biobäcker nach Winzlar hoch. Viel backe ich aber auch selbst. Der Einkauf ist für mich ein bisschen wie für andere Shopping in der Mall. Ich lasse mir Zeit und freu mich, dass ich rausgekommen bin. Ich bin gespannt, was es so gibt und nehme mir zwischendrin auch mal Zeit für einen Cappucino oder so. Fehlt noch was könnte ich es in Steinhude auf dem Wochenmarkt kaufen und habe ich viel Zeit und Lust, fahre ich auch noch zu Wedekings nach Vornhagen  um da mal zu schauen(die haben auch nen schönen Onlineshop!). LUXUSLEBEN!

Früher haben wir gern einen riesigen Wocheneinkauf gemacht. Schleppt man sich halb tot mit und am Ende ist der Kühlschrank so voll, das man den Überblick verliert und vieles wegwirft, weil es ungesehen verdorben ist. Blöd! Ausserdem kann man so schlecht reagieren, wenn doch mal jemand mit isst oder man so mittel-spontan eingeladen wird.Mit den drei Tagen komme ich bislang zumindest sehr gut zurecht. Nicht unwichtig ist es bei uns, dass ich alles was für eine Mahlzeit oder einen speziellen Anlass eingekauft habe, in ein Kühlschrankkörbchen (*) kommt, damit es nicht bis zur eigentlich geplanten Verwendung an Tag X schon wieder aufgefuttert ist.

Geplantes Einkaufen ist aber nur die halbe Miete, oder?

Stimmt! Jetzt kommt mein magischer Samstag. Der Tag an dem ich meistens relativ viel Zeit zuhause habe. Ich nutze den Samstag dazu zu backen und zu kochen und für die kommende Woche schon mal vorzubereiten. Je nach Speiseplan. Das kann heißen, dass ich für Montag schon Reis koche oder Möhren im Dampfgarer vorgare, Soße koche, Suppe zubereite oder Dressing zusammenrühre. Ich schneide Paprika, Zwiebeln, Tomaten, Gurken. Was wir so brauchen. Am besten funktioniert es für mich, wenn ich das alles in Schraubdeckelgläser in den Kühlschrank packe. Dann sehe ich genau, was da ist und in welcher Menge und man sieht auch schnell mal, wenn was hinüber ist. Heute z.B. gibt es Wirsing der schon seit Samstag gewaschen, geschnitten und gekühlt auf seinen Einsatz wartet. Mit dem Geschnippelten lässt es sich dann ggf. auch mal ganz schnell was kochen oder man schmeißt einen Salat daraus zusammen. Und der gesunde Snack ist jetzt auch schon immer fertig!

Im Speiseplan lasse ich übrigens immer mindestens einen Tag frei. In der Regel haben wir z.B. Mittwochs genug Reste der letzten beiden Tage um auch ohne Frischgekochtes satt zu werden. Heute allerdings nicht, da es jetzt zwei Tage Kartoffelsuppe gab. Aber da greift dann quasi mein „Mealplan for Dummies“ wieder, denn ich versuche immer noch mindestens eine Suppe pro Woche zu planen, einmal fleischlos (dem Mann stelle ich ne Packung Frikadellen daneben), einmal Ofengemüse mit irgendwas und Freitags gibt es Pizza. Donnerstags arbeiten wir alle lang, bzw. haben die Kinder auch lange Schule und dann haben 2 von 4 noch Sport. Deshalb bleibt Donnerstag auch weiter Dönerstag. Ich finde Döner ist noch eins der besseren Fast Foods und wir essen den Rest der Woche genug Selbstgekochtes das der Döner mal drin ist.

Das Backup

Es gibt Tage, da klappt nicht mal das einfache und schnelle, weil man keine Zeit oder keinen Kopf dafür hat. Für solche Momente gibt es das Backup, heißt: Ich koche z.B. von Suppen und Spaghettisoßen wie Bolognese gleich immer die mindestens doppelte Menge wenn ich die Zeit habe. Alles was übrig bleibt, friere ich in diesen Bechern hier ein. Für solche Tage an denen nichts funktioniert. Ich friere auch in der Regel eine Hälfte jedes gebackenen Brotes und vieler Kuchen ein. Kuchen ist dann für die ganz blöden Tage , ha! Dann setze ich meist schon am Freitag nen großen Haufen Pizzateig an. Freitags ist nach wie vor Pizzatag und was übrig bleibt kann sich mit dem geschnippelten Gemüse von Samstag und etwas Tomatensoße oder Frischkäse und Käse zu einer leckeren kleinen Restepizza unter der Woche mausern.Der Teig hält sich im Kühlschrank gut und macht meist auch noch kleine Volumenverluste wieder wett. Und wenn selbst das nicht mehr geht, dann ruft um Himmels Willen in der Pizzeria an. Man muss auch mal locker lassen können und nichts ist besser für die Seele als „irgendwas mit Käse überbacken“.

Über diese Routinen und Weisheiten hinaus habe ich eine ziemlich gut ausgestattete Speisekammer. Britta es ja in diesem Jahr beispiellos geschafft mich für das Einkochen zu begeistern und ich habe eine kleine aber feine Lagerhaltung mit Gelees, Mus und Marmeladen angelegt. Aus dem Hochbeet habe ich Spinat und Petersilie im Gefrierschrank und dann eben noch Kartoffelsuppe, Kürbissuppe, Spinat-Käse-Sauce, Bolognese, Hühnersuppe, Brot und Kuchen. Verhungern werden wir also nicht, so lange es ab und an noch einen guten Samstag gibt!

Das wars also?

Ihr seht: Alles kein Hexenwerk, aber auf meine Bedürfnisse angepasst und abgestimmt. Passt für mich und darauf kommt es an!

Vorgestern kam mir beim Sport die Idee, hier demnächst mal eine Reihe oder vielleicht sogar eine Linkparty mit den besten Reste-Rezepten zu machen. Hättet ihr da Lust darauf? Mindestens zwei genial-weil-einfach-und-lecker-Gerichte kann ich euch in der Hinsicht schon versprechen. Was denkt ihr? Und habt ihr Interesse an nem Speiseplan mit Normalo-Kost? Keine komplizierten Gerichte, keine sauteuren Zutaten? Gebt mal Laut!

Liebste Grüße

Vanessa

P.S.: Eine andere Interpretation des Mealprep ist übrigens das Vorbereiten ganzer Mahlzeiten für die Mittagspausen / das außer-Haus-Essen. Dazu findet ihr z.B. bei Heike Ideen und zwar hier.

Alle mit (*) gekennzeichneten Links sind Affiliatelinks. Wenn ihr über diese Links einkauft, bekomme ich eine geringe Verkaufsprovision. Euch kostet es nichts mehr. Dankeschön! Die verlinkten Bezugsquellen meiner Lebensmittel sind persönliche Empfehlungen, denen keine bezahlte Partnerschaft zugrunde liegt.

 

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9 Comments

  • Reply
    Ulla
    24. Oktober 2018 at 21:32

    Boah, gegen Dich bin ich echt ne faule Socke 😔 Was Du neben Job und Familie so alles schaffst – Respekt. Danke für den Dönerstag, den kann ich auch 😄 und der Rest wandert auf meine Was-ich-auch-mal-machen-will-Liste👍 Viele Grüße, Ulla

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      27. Oktober 2018 at 09:17

      Wahrscheinlich funktioniert das bei mir nur, weil ich andere Dinge nicht tue, die du tust. Ich schaue kein Fernsehn, verabrede mich selten (ich hab gern Zeit mit mir allein), meine Wochenenden sind ganz bewusst meist unverplant. Ich entscheide immer ganz danach, was mir gut tut und was nicht, ob ich etwas mache oder nicht. Dieses Gefühl ALLES schaffen zu müssen hat mit den Jahren nachgelassen. Versteht man was ich sagen will? Ich schaffe nihct mehr als andere, ich schaffe nur anderes und manchmal sogar weniger.

      • Reply
        Ulla
        29. Oktober 2018 at 17:43

        Liebe Vanessa, danke für Deine Antwort. Du hast recht, dass jeder für sich die richtigen To-dos finden muss, die ihm gut tun. Und ich finde die, die Du Dir suchst, einfach gut😊 Danke für die Inspiration.Gruß, Ulla

  • Reply
    Claudia
    25. Oktober 2018 at 19:32

    Liebe Vanessa,
    toller Blogbeitrag. Finde es eine schöne Idee wenn Du Deine Resterezepte und auch all die praktischen anderen Rezepte mit uns teilst. Schon mal vielen lieben Dank.
    Liebe Grüße Claudia

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      27. Oktober 2018 at 09:14

      Ich hatte sehr gehofft, dass euch das gefallen würde. Ich setz mich da direkt mal ran! Liebe Grüße

  • Reply
    Mirakulixa
    26. Oktober 2018 at 23:58

    Oh ja, sowohl die schnellen Resteessen als auch Speisepläne interessieren mich!
    Liebe Grüße, Julia

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      27. Oktober 2018 at 09:14

      Uhh, da freu ich mich! Danke!

  • Reply
    Martina
    27. Oktober 2018 at 14:06

    Hallo Vanessa!
    Ich hab ja schon bei Facebook nach Meal Prep gefragt und deine Art an die Sache ran zu gehen, gefällt mir gut! Das sind alles Tipps und Ideen, die ich umsetzen kann ohne sehr viel ändern zu müssen! Und JA, bitte immer her mit den deinen Rezepten und Plänen! Ich hab hier nämlich auch so schwierige Esser, die am liebsten jeden Tag Nudeln mit Würstchen essen wollen!
    Liebe Grüße, Martina

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      27. Oktober 2018 at 14:13

      Danke für deine Rückmeldung! Ich kümmer mich drum 😉

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