Piepenkötters Küchengarten: Wintergemüse und Platzhalter!

Frau Piepenkötter I Piepenkötters Küchengarten I Wintergemüse

Die Hochbeete haben mich in diesem Jahr so einiges gelernt. Das man sich merken sollte (und am besten aufschreiben) was man wo pflanzt, damit man am Ende weiß ob man Blatt oder Wurzel isst und nicht immer bei seinen Insta-Followern nachfragen muss, welche Pflanze das wohl nun ist, das man mit Fieber kein Gemüse pflanzt und nicht alles zwangsläufig im Frühjahr ins Beet soll und das Ungeduld einer reichen Möhrenernte im Wege steht. Um nur ein paar Lernprozesse aus dem Gartenjahr 2018 zu nennen.

Die letzte Erkenntnis die mich traf, war die, dass das Gartenjahr gar nicht wie von mir angenommen im Herbst enden muss. Denn wo ich mich mit meinen schlauen Büchern schon längstens auf dem Sofa den Start in Gartenjahr 2019 planen sah, gibt es ein paar Pflanzen die noch ganz hervorragend unter meiner Obhut gedeihen, obwohl ich sie erst im September/ Oktober gesät habe.

Wintergemüse

Darauf gestoßen worden bin ich, als ich neulich voller Stolz erzählte, dass ich nochmal Spinat nachgesät hätte und der wäre noch voll was geworden. Meine kindliche Freude darüber mal dahingestellt (vor allem wenn man bedenkt, dass ja so gar keine winterlichen Temperaturen herrschen) war die Antwort meiner Gesprächspartnerin „Ja, Wintergemüse sind super!“ Und ich dachte so: STOPP! Wintergemüse? Whats that?

Seither habe ich mich ein bisschen eingelesen und unterscheide zwischen zwei Arten Wintergemüse. Ohne jegliche Ahnung und Verwendung von Fachterminologie, versteht sich. Zum einen gibt es Wintergemüse die schon zur Mitte des Jahres gesät oder gesetzt werden, aber bis zu Minusgraden stehen bleiben können. Und zum anderen die Sorten Wintergemüse die du auch noch spät säen kannst. Also, wenn alles andere ggf. schon abgeerntet worden ist.

Die harten im Garten: Klassische Wintergemüsesorten!

Zum Beispiel Grünkohl, Tompinambur, Pastinake, Porree, Rotkohl, Wirsing, Schwarzwurzel, Steckrübe. Das sind alles Gemüsesorten die man zwischen April und Juli sät oder setzt und die gut frostverträglich sind. Beim Grünkohl kennt man ja die allseits gern gegebenen guten Hinweise das der „erst nach dem ersten Frost“ geerntet werden soll, bzw. Frost braucht. Das liegt daran, dass die niedrige Temperatur die Pflanze dazu bringt, den in ihr enthaltenen Stärkeanteil in Zucker umzuwandeln, was den Grünkohl seinen typischen milden und süßlichen Geschmack beschert.

Frau Piepenkötter I Gemüse für den Winter

Wintergemüse für Kurzentschlossene und Anfänger!

Meinen Grünkohl, Gott hab ihn selig, säte ich unwissenderweise ja schon im April. Doch bis zuletzt, oder bis zum Eintreffen der Kohlfliege, hatte ich Hoffnung in noch bis zum ersten Frost zu bringen. Pustekuchen! Ansonsten hatte ich quasi nix im  Beet was man dem klassischen Wintergemüse zuordnen kann. Und das obwohl Wirsing, Lauch, Grünkohl und Rotkohl bei uns hoch im Kurs stehen. Aber ich hatte ja den Spinat und tatsächlich ergab meine Recherche, dass der sich ebenso wie Feldsalat und Maiwunder ganz gut im Winterbeet halten würde und darüber hinaus auch noch spät gesät werden könne. Und so habe ich dann jetzt einfach nochmal genau diese Sorten und einen Pflücksalat auf die abgeernteten Beetflächen gesät und trage mich mit der Hoffnung noch möglichst lange, möglichst viel Salat aus dem eigenen Garten ernten zu können. Im nächsten Jahr kann ich ja jetzt auf der Erkenntnis aufbauen und frühzeitig mehr Wintergemüse einplanen (und später bzw. früher aussehen. Alles eine Frage des Timing!).

Platzhalter

Eine weitere nicht unerhebliche Erkenntnis war die Entdeckung des wunderbaren Platzhalters Lupinen. Eigentlich schon fast doof, denn uns hatte man bei Hausbau schon dazu geraten Lupinen zu säen um das Grundstück rund um den Neubau vor der Anlage nicht zum Wildpflanzen-Abenteuerspielplatz werden zu lassen. Einjährige Lupinen sind hübsche Pflänzchen, die man aussät wo man „Leerstand“ hat  und die man später einfach unterhacken kann. Sie verhindern das Unkraut den Teil des Gartens oder des Beetes für sich erobert und verbessern auch noch die Bodenqualität. Zwischensaat und Gründünger. Win/Win! Und blühende Lupinen sind auch noch super nektarreich und somit toll für Bienen. Win/Win/Win!

Gründüngersaaten, wie z.B. auch Senf oder Phacelia, habe ich aus dem Baumarkt geholt. Ebenso wie die Saattütchen mit dem Gemüse.

Ich freue mich, wenn ihr auch noch Tipps und Hinweise in die Richtung habt. Ich bin ja, wie gesagt, meilenweit davon entfernt ein Experte auf diesem Gebiet zu sein. „Blutiger Anfänger mit learning-by-doing-Attitüde“ trifft es wohl eher. Trotzdem teile ich meine Erfahrung und mein neugewonnenes Wissen gern mit euch und hoffe ihr nehmt es mir nicht krumm, wenn ich nicht das super-richtige Wort kenne oder z.B. meine Aufzählung der winterfesten Sorten nicht vollständig ist. Okay, oder?

Liebste Grüße,

Vanessa

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

*