Slow Christmas: Problempotential weihnachtlich aufgetischt!

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Das Weihnachtsessen ist ja irgendwie so ein Thema für sich. Bei denen einen totaler Stressor, bei den anderen absolut easy going, weil es seit gefühlt 40 Jahren die gleiche Speisefolge an Weihnachten gibt. Ich habe für uns eine Mischung aus beidem gestrickt, die für mich ganz gut funktioniert.

Routine hilft

So langweilig es klingen mag: Wer jedes Jahr das gleiche kocht, spart Zeit und Nerven! Und wenn man es mal genau nimmt, ist ja auch noch keiner auf die Idee gekommen, statt ner Tanne ne Birke an Weihnachten ins Wohnzimmer zu stellen, nur damit es nicht immer der gleiche Summe wie letztes Jahr ist. Also nur Mut. Letztendlich ist Weihnachten ja auch nur einmal im Jahr. Bei uns ist absolut fest und unveränderlich in Stein gemeißelt, dass es an Heiligabend eben den Klassiker gibt. Würstchen mit Kartoffelsalat. Beste!

Kartoffelsalat?

Meine Mutter findet, dass ist ein schreckliches Essen an Weihnachten. So unfestlich und banal. Aber sie kann ja bei sich kochen was sie will und ich eben, was wir wollen. Ich finde diese Kombi ganz hervorragend, denn sie lässt sich super vorbereiten, die Würstchen sind schnell warm gemacht und man kann auch nach dem späten Gottesdienst oder wenn man noch ne Runde um die Häuser gezogen ist, den letzten Hunger des Tages damit stillen. Es gibt ja an Heiligabend meist noch genug anderes zu tun, als aufwendig zu kochen, oder ist das bei euch anders? Und nirgendwo steht im Übrigen geschrieben, dass es immer der gleiche Kartoffelsalat sein muss

Maja von Moeys Kitchen hat z.B. dieses Rezept mit Raddicio und Gorgonzola für euch verbloggt. Bei Nic findet ihr einen Ofenkartoffelsalat mit Ruccola-Pesto und Cherrytomaten. Wir bleiben aber zumindest dieses Jahr mal bei der klassischen Variante mit Essig und Öl, nach diesem Rezept für den Thermomix.

Alles in allem kann man also sagen, dass es durchaus Sinn macht, auch essentechnisch zum Wiederholungstäter zu werden und des einen langweilige Wiederholung ist des anderen liebgewonnene Tradition.

Zu dir oder zu mir?

Bei uns ist es üblich, dass jedes Jahr neu ausgeschachert wird, wer sich Weihnachten wann, wo und mit wem zum feiern zusammen tut. Keine Ahnung warum das so ist. Mir wäre es am allerliebsten, wenn man sich, meinetwegen auch grob nach Familienzweigen getrennt, alle zusammen an einer Stelle ( am besten da wo am meisten Platz ist) einfindet, jeder bringt was mit und man hat einfach ne gute Zeit miteinander. Tatsächlich ist es aber so, dass ich den Rest der Familie nur in einem einzigen Jahr, als Jule noch ein Baby war, von dieser Idee überzeugen konnte und alle bereit waren sich an Heiligabend bei uns zu versammeln. Natürlich war das das Jahr, als ich es in Begleitung meiner spontan aufkeimenden Magen-Darm-Grippe mit Müh und Not gerade noch so aus dem Kindergottestdienst mit Krippenspiel vor die Tür geschafft habe, die restlichen Feiertage mit Wärmflasche und Eimer im Bett verbrachte und der völlig abgenervte Gatte nun nicht nur zwei kleine Kinder, sondern auch noch den Rest der Mischpoke allein an der Backe hatte. Dumm gelaufen und leider auch das letzte mal, dass ich für diese Idee einen Fürsprecher fand.

Für wen eigentlich?

Um aus der ganzen Nummer trotzdem ein wenig die Luft rauszulassen, haben der Gatte und ich irgendwann zumindest eine Besuchsroutine für uns 4 ausbaldowert. So geht es jetzt am Heiligabend zum Kaffeetrinken zu meinen Eltern, am ersten Weihnachtsfeiertag bleiben wir entspannt Zuhause und am zweiten Weihnachtsfeiertag gehen wir zu seinen Eltern frühstücken. Wichtig war uns, einfach auch mal Zeit zu haben und nicht nur Druck. Die Kinder wollen und sollen ja auch die Möglichkeit haben, sich mit ihren Geschenken zu beschäftigen und Besinnlichkeit kommt selten auf, wenn man von Time-Slot zu Time-Slot huscht.

Bleibt also für mich neben Würstchen und Kartoffelsalat die Verköstigung der Familie am 25. Dezember. Da koch ich dann auch so großzügige Mengen, dass am 26. nach dem Frühstück bei Schwiegersohn noch den ganzen Tag Reste gegessen werden können. Das ICH koche, liegt übrigens daran, dass ich daran wesentlich mehr Freude habe, als alle anderen. Nicht daran das ich die Frau oder die Mutter bin. WAS ich da koche, dass variiert von Jahr zu Jahr, denn ich koche gern und wann hat man schon mal Gelegenheit ausgiebig, mehrere Gänge mit dem gewissen Extra zu kredenzen, oder? Da freuen sich doch alle, wenn die Mama mal Jamie Olivers Weihnachtsgans-Rezept auf den Tisch bringt und dazu lauter innovative Beilagen kredenzt. Nicht.

Seien wir ehrlich….

Klar, es gibt kulinarisch anspruchsvolle Familien. Kinder deren Gaumen geschult ist und Freude daran hat, in neue Geschmackswelten einzutreten. Sicher gibt es auch Ehemänner, denen das Herz aufgeht, wenn sie eine anspruchsvolle und durchdachte Tischdekoration sehen. Ohne dies wäre es für sie kein Weihnachten. Aber seien wir ehrlich: Meine Familie kommt bislang ohne diese Charaktere aus. Zum Leidwesen der kulinarisch ambitionierten Frau an der Kochstelle. Im Gespräch mit meiner Freundin neulich, stellte ich wieder fest, wie doof doch der Druck seien kann, den wir uns an mancher Stelle auferlegen. Sie hat drei kleine Kinder und nen Mann mit den geschmacklichen Vorlieben eines ebenso kleinen Kindes und kocht sich an Weihnachten nen Wolf, damit sie sowohl ein “klassisches Weihnachtsmenü” auf den Tisch bringt (weil man es eben so macht), als auch ausreichend Alternativen für Angehörigen, damit nicht am Ende noch einer am Fuße der festlich geschmückten Tanne verhungert. Und nach dem wir uns hinriechend darüber ausgetauscht hatten, was man so machen könnte und was man gern mal machen würde, wenn denn die Familie nicht wäre, die lieber Smartie-Eis statt Zimtparfait essen möchte, haben wir ganz einfach beschlossen, dass jetzt nicht mehr zu machen. Fertig! Bei uns gibt es also in diesem Jahr ganz sicher Kroketten und Schweinefilet mit Rotkohl. Das mögen sie eben. Und als Nachtisch Eis. Fertig ist die Laube! Die Tischdecke lass ich mir ebenso wenig nehmen, wie das Billionaires Shortbread und die heiße Schokolade am 26. (Rezepte folgen die Tage oder ihr gönnt euch das hier (*)) , aber das wars dann wirklich. Und wisst ihr wohin ich meine Ambition kanalisiere? Wir Frauen haben einfach beschlossen uns ab sofort in der Weihnachtszeit gegenseitig zu bekochen. Reih um mit Freundinnen einmal wöchentlich. Und wer an Weihnachten dann doch mal auftrumpfen will, der hat die Möglichkeit sich durch die Menüs der Freundinnen inspirieren zu lassen. Gute Idee, oder? Und als positiver Nebeneffekt haben jetzt meine Töchter auch Interesse angemeldet, evtl. die Dessertzubereitung statt Eis zu übernehmen. Ich glaube nicht, dass das passiert wäre, wenn ich ein generalstabsmäßig durchgeplantes 5 Gänge-Menü aufgerufen hätte.

Ein letzter Tipp zum Schluss

Die nächsten Tage werde ich euch ein paar meiner Lieblingsrezepte präsentieren. Ich weiß aber, dass viele von euch auch große Fans von weihnachtlichem Raclette sind. Das haben wir auch jahrelang am 25.12. gemacht und ich kann euch nur empfehlen, euch beim Weihnachtseinkauf schon mal 1, 2, 3 fertige Pizzateige auf Halde zu legen. Daraus wird nämlich in Kombination mit den ganzen Resten geschnippeltem Gemüse und Wurst vom Raclette ratzifatzi eine Racletterestepizza, die ihr schön am Abend des 26. beim Karten spielen oder Traumschiff gucken, vernichten könnt. Gut, oder? Und wenn es keine Reste gibt, dann findet sich “zwischen den Jahren” sicher noch eine andere Möglichkeit um ne kleine Pizza zu essen.

Liebste Grüße und eine entspannte Adventszeit,

Vanessa

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2 Comments

  • Reply
    Heike
    5. Dezember 2019 at 10:49

    Liebe Vanessa,
    Ich würde mich sehr über dein Schweinefilet Rezept freuen, denn mir steht beim Gedanken an das kochen am 1. Feiertag jetzt schon der Schweiß auf der Stirn. 😉 Kochen an Heiligabend haben wir Gottseidank seit langer Zeit schon ausgelagert. Dir und deiner Familie eine schöne Weihnachtszeit!
    Liebe Grüße, Heike

    • Reply
      FrauPiepenkoetter0105
      5. Dezember 2019 at 14:48

      Das ist eigentlich ne gute Idee, denn es ist aus einem meiner absoluten Lieblingskochbücher <3

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