Last days of Summer: Ein Rückblick in Schmonzetten Teil 1

Frau Piepenkötter I Sommerrückblick in Schmonzetten

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So. Es ist soweit. Draussen pfeift ein noch recht zögerlicher Herbstwind um die Ecken, ich muss nur noch einmal am Tag das Gemüsebeet wässern (DANKE, Regen!) und gestern Abend habe ich gefühlt das erste mal seit April geschlossenen Schuhe getragen. Der Sommer oder dieser klimatische Ausnahmezustand in dem wir uns befinden, neigt sich vielleicht dann doch nach Monaten einmal dem Ende zu.

Hier war es ein ruhiger Sommer. Allerdings nur auf dem Blog. Immer wieder hab ich mich bemüht ein Lebenszeichen abzusenden, aber so richtig was los war hier nicht. Das echte Leben war das genaue Gegenteil. Für uns war es ein Sommer voller spannender neuer Erfahrungen. Guter und schlechter. Nur darüber zu berichten ging nicht immer. Leider!

Ein Schmonzetten-Sommer

Trotzdem, und vor allem weil ich weiß das ich es bis nächstes Jahr vergessen habe, will ich jetzt versuchen mal aufzuarbeiten, was im Sommer 2018 so bei Piepenkötters los war. Und als erstes mag ich hierzu ein Blick auf die Schmonzetten dieses Sommers werfen, denn derjenige, der sich noch nicht vom Urlaubsfeeling, Meeresrauschen und dem Gefühl von Sonne auf der Haut trennen kann, der hätte hier die Möglichkeit den persönlichen Sommer zwischen ein paar Buchseiten weiter  zu verlängern. Zumindest mit der ersten Empfehlung heute. Der Rest ist angenehm ganzjahrestauglich und absolut zum totlachen. Versprochen! Vielleicht ist ja was für euch dabei! Euch trennt nur noch ein unscharfes Foto von ein paar richtig guten Buchempfehlungen!

Der Sommer der Dünenrosen von Jamie Brenner

Darum geht es: Marin Bishop passiert das, was jeder dritten Frau in einer guten Schmonzette passiert: Sie verliert ihren Verlobten, ihre Affäre und ihren Job als angesehene Juristin! Und als wäre das alles nicht genug, findet sie auch noch durch einen Zufall heraus, dass ihr Vater gar nicht ihr Vater ist und sie eine Halbschwester mit Klimperarmreifen und in Yogahosen hat.

Besagte Schwester kann sie in einem schwachen Moment davon überzeugen mit ihr in Cape Cod die vermeintliche gemeinsame Großmutter zu besuchen und dort aufzudecken, wie es zu diesem unglaublichen (und aus Marins Sicht unerwünschten) Verwandtschaftsverhältnis kam. Und so kommen dort erst zwei, später drei Generationen Frauen einer Familie zusammen, die bislang nichts voneinander wussten und finden nicht nur erstaunliches über ihre Familie, sondern auch über sich selbst heraus.

Mein Fazit: „Der Sommer der Dünenrosen“  (*) ist keine klassische Schmonzette, da das Buch schon irgendwie die starke Liebesgeschichte vermissen lässt (also kitschig und mit „Anfassen“), aber es ist trotzdem ein wirklich schönes Buch das mich sehr gut unterhalten hat. Eins von denen die man auch in der Öffentlichkeit lesen kann, ohne das man sich durch rührselige Heulkrämpfe oder feurige Blicke auf den Gatten auf der Nachbarliege in irgendeiner Form eine Blöße gibt.

 

Für Gefühle ist es nie zu spät von Robyn Carr

Darum geht es: Wie schwierig jede einzelne Art von Beziehung seien kann zeigt die Geschichte von den drei Schwestern Clare, Maggie und Sarah. Während Clare, die sich aufgrund von zahlreichen Fehltritten von ihrem Mann getrennt hat, sich vor männlicher Zuwendung durch besagten Exmann, einen jüngeren Verehrer und eine alte Flamme, die beide gern des Ehegatten Nachfolge antreten würden, kaum retten kann, wird ihre lebt ihre Schwester Sarah ein einsames Leben in einem männerlosen Paralleluniversum, denn sie tut ihr möglichstes dafür, vom anderem Geschlecht nicht wahrgenommen zu werden. Lediglich die älteste Schwester Maggie befindet sich als langjährig verheiratete Mutter zweier Töchter in ruhigem Fahrwasser. Was aber, wenn das Fahrwasser für Maggis Empfinden ein wenig zu ruhig geworden ist? Wenn Flaute herrscht? Alle drei haben ihr Päckchen zu tragen und versuchen die eigenen Probleme zu meistern ohne darauf zu verzichten sich noch ausreichend bei ihren Schwestern einzumischen. Am Ende kommt es dann, wie so häufig, ganz anders, als man es erwartet hätte. Aberd as ist auch gut so!

Mein Fazit: Ich mag Robyn Carrs Bücher sehr und habe meines Wissens auch alle gelesen. Dieses Buch hier macht in der Hinsicht keine Ausnahme. Anders als ihre bisherigen Bücher ist es trotzdem, denn es gehört augenscheinlich keiner „Reihe“ an. Mit „Virgin River“, „Grace Valley“ und „Thunder Point“ hat Carr ganze Dörfer voll mit Charakteren erschaffen, die in den Buchreihen und auch übergreifend immer wieder auftauchen, während „Für Gefühle ist es nie zu spät“ (*) für sich alleine steht. Das macht aber keinen Unterschied hinsichtlich im Bezug auf den hervorragenden Unterhaltungswert und ich könnte wetten, dass mir Clare, Maggie und Sarah noch einmal irgendwo auf einer Buchseite von Robyn Carr begegnen werden.

 

Das Leben ist kein Flickenteppich von Kristan Higgins

Darum geht es: Wenn du beim Pizza holen vom Lieferwagen des Kammerjägers angefahren wirst und in der Notaufnahme, gefühlt dem sicheren Tod nur knapp entronnen, wach wirst und siehst als erstes wie dein Freund (der der behandelnde Arzt in der Notaufnahme ist) die Assitenzärztin anbaggert, dann ist es Zeit für eine kleine Luftveränderung. Und da kann es dann aus der Not heraus schon passieren, dass du das erste Mal seit 15 Jahren samt Hund und Unterarmgehilfen auf der kleinen Insel landest, auf der du aufgewachsen bist und deine Mutter bis heute lebt. Blöd nur, wenn man dich dort entweder hasst, vergessen hat, mit deiner Schwester (die im Knast sitzt) verwechselt oder nicht erkennt, weil du „gar nicht mehr fett“ bist. Nora Stuart trägt dieses Los mit Fassung und versucht das Beste daraus zu machen, was heißt: Kontakt zu ihrer maximal ablehnenden Teenager-Nichte Poe aufbauen, herausfinden wohin ihr Vater vor fast 20 Jahren verschwunden ist und Luke Fletcher nicht über den Weg laufen. Von seinem heißen Zwillingsbruder Sully war ja nicht die Rede….

Mein Fazit: Die Story ist gut, die Charaktere wie immer bei Kristan Higgins liebevoll und detailreich erdacht, der obligatorische Hund den es gefühlt in jedem ihrer Bücher gibt ist mit von der Partie und die Story hat wirklich Potential, ABER leider funktioniert es für mich bei „Das Leben ist kein Flickenteppich“ (*) nicht richtig, denn a) die Liebesgeschichte zwischen Nora und Sully wird sträflich vernachlässigt und b) die Nebenhandlungsstränge „der verschwundene Vater“ und „das Zerwürfnis mit der Schwester“ verpuffen nach lange Spannungsaufbau einfach so in einem Nebensatz. Trotzdem habe ich nicht selten sehr gelacht, da Higgins sehr lebendige Charaktere und Dialoge einbaut. Mein Highlight war definitiv Tod, Auferstehung und endgültiger Tod des Wellensittichs Tweety. Er möge in Frieden ruhen!

Erste Liebe, zweite Chance von Meg Cabot

Beckys Leben ist perfekt. Perfekt im Sinne von „völlig unspannend“, würde ihre Schwester sagen. Becky führt ein Umzugsunternehmen, in dem sie ihre Mutter und ihre Schwester beschäftigt, und mit dem sie sich auf Seniorenumzüge, sozusagen die Umsiedlung in altersgerechte Wohnungen, spezialisiert hat. Auf dem Gebiet ist sie die Beste! Sie wohnt im Souterraine des Hauses ihrer Mutter und hat einen ruhigen, netten und zuverlässigen Freund, der ein Weingeschäft führt und den ihre vorlaute kleine Schwester aufgrund seiner Vorliebe für karierte Flanellhemden als „Lumbersexuellen“ bezeichnet. Alles in Beckys Leben würde weiter seinen wunderbar absehbaren, zuverlässigen und geregelten Weg ganz nach ihren Vorstellungen gehen, würden nicht aus heiterem Himmel die Eltern ihrer großen Jugendliebe anfangen immer seltsamer zu werden. Doch nachdem der ehrenwerte Richter und seine Gattin in einem Restaurant mit Briefmarken bezahlen wollten und ihre Kinder einsehen müssen, dass es nicht mehr normal ist das um das Haus der Eltern dutzende Katzen schleichen, beschließen sie tätig zu werden und mit Hilfe von Becky ihre Eltern in etwas angemesseneres (mit Aufsicht) zu verfrachten. Diese Entscheidung ruft allerdings Beckys größte Angst auf den Plan: Reed, der vor seiner Profigolf-Karriere einmal Beckys große (und bislang unangefochtene) Liebe war und damals sang- und klanglos verschwand und nie wieder auftauchte. Der kehrt der Eltern wegen nämlich nach Jahren zum ersten Mal wieder in seine Heimatstadt zurück und braucht nicht lange um Becky, neben der Seniorenresidenz für Mum und Dad, zu seinem weiteren großen Herzensprojekt zu machen. Wenn die doch auch so wollen würde, wie er….

Mein Fazit: Wer „Erste Liebe, zweite Chance“ (*) kauft, wird aus dem Lachen nicht mehr raus kommen. So ging es mir zumindest. Ein bisschen special ist es, dass Meg Cabot hier keinen Roman im Fließtext verfasst hat, sondern man sich die Handlung durch kurze Szenen unterbrochen von einer Fülle von Emails und Textnachrichten erschließt. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich fand es ganz hervorragend, denn so geriet man ziemlich schnell mitten in die lebendige Handlung und konnte sich auch mal darauf freuen (oder darüber) ein und den selben „Vorfall“ aus mehreren Sichtweisen erzählt zu bekommen. Mir hat dieses eher ungewöhnliche Erzählformat wirklich sehr gut gefallen. So gut, dass ich im Anschluss direkt Meg Cabots Buchreihe „New York Journal“ bestellt habe. Wer es genau nimmt, liest dieses Buch erst nach der Journal-Serie, glaube ich, denn es sind immer mal bekannte Charaktere dabei. Aber auch eine andere Reihenfolge stört nicht und nimmt nichts vorweg, da es sich auch um einen gänzlich anderen Schauplatz und andere Bezüge handelt.

 

Um die Ecke geküsst von Meg Cabot

Darum geht es: Melissa ist die personifizierte Kleinstadtseele mitten in New York City. Und aus diesem Grund kennt sie auch alle Nachbarn und kümmert sich selbstverständlich von Herzen gern um die Dogge und die Katzen der Nachbarin, als diese niedergeschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden wird und fortan im Koma liegt. Da Hund und Katzen aber eine ziemlich zeitaufwendige Angelegenheit sind und Amy Jenkins, die verhasste Personalchefin ihres Arbeitgebers New York Journal, es ganz offensichtlich aufgrund einer unbedeutend kleinen Zahl von Verspätungen auf sie angesehen hat, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Max, den einzig lebenden Verwandten ihrer Nachbarin, aufzutreiben, damit er sich um die Haustiere seiner lieben Tante kümmert. Max hat aber ganz und gar nicht vor den Luxusurlaub mit seiner Modelfreundin wegen ein paar sabbernder Viecher und einer alten Tante im Krankenhaus abzubrechen und nimmt aus diesem Grund seinen Freund John in die Pflicht, eine alte Schuld zu begleichen und sich ( des Erbes willen) vor der Nachbarin der Tante als er, also Max, auszugeben und Hund und Katz zu hüten. Blöd nur, dass der sich direkt in Melissa verliebt. Und noch blöder, dass diese nichts mehr hasst als Lügen….

Mein Fazit: Wie schon „Erste Liebe, zweite Chance“ ist auch dieser Roman eine irrwitzig witzige Abfolge von Emails und Kurznachrichten und absolut lesenswert. Klar, die schnulzige Liebesgeschichte wird aufgrund des Erzählstils nicht miterlebt, sondern man ist auf die Version der ersten Nacht reduziert, die am nächsten Tag die beste Freundin zu hören bekommt, aber trotzdem fehlt es „Um die Ecke geküsst“ (*) an nichts. Das Buch ist witzig und unterhaltsam, man kann laut lachen und hofft und bangt mit, dass die zwei am Ende zusammen kommen und im besten Fall auch noch der ungeklärte Kriminalfall der Nachbarin aufgeklärt wird.

Der will doch nur spielen von Meg Cabot

Darum geht es: In der Personalabteilung des New York Journals schaltet und waltet weiterhin Schreckensherrscherin Amy Jenkins. Dieses Mal hat sie die Dessert-Göttin der Cafeteria auf dem Kieker und da man sich als Schreckensherscherin nicht selbst die Hände schmutzig machen will, in dem man die beliebteste Mitarbeiterin des Hauses feuert, dem Cafetreia-Team das Herz rausreißt und sämtlichen Mitarbeitern des Journals ihre Lebensgrundlage entzieht, beauftragt sie einfach Kate damit. Die ist ja nicht schon genug vom Leben gebeutelt, wo sie nach 10 Jahren Beziehung wieder Single ist und aufgrund akuter Wohnungsnot auf dem Sofa ihrer besten Freundin (und deren Mann) schläft, welche eigentlich gerade versucht schwanger zu werden. Widerwillig zieht Kate die Sache durch nur um sich im Anschluss mit einer Klage der lieben Mrs. Lopez gegen ihre Kündigung auseinanderzusetzen. Und mit dem Anwalt den der Verlag ihr stellt und bei dem ihr nicht ganz klar ist, ob er nun ihre Interessen oder die von Mrs. Lopez vertritt und in welche Richtung eigentlich seine ganz eigenen Interessen gehen…

Mein Fazit: Ach was soll ich euch sagen? „Siehe oben“, denn auch „Der will doch nur spielen“  (*) lebt durch die rege Kommunikation der mittlerweile alten Bekannten in allen Abteilungen des New York Journals und beteiligten Außenstehenden. Einfach witzig! Und auch hier schafft Meg Cabot es, dem ganzen auch noch ein bisschen Spannung und eine Wendung mitzugeben und rundet für mich damit das Lesevergnügen perfekt ab.

Aber bitte für immer von Meg Cabot

Darum geht es: Janes Freundin Holly will in der Toskana heimlich heiraten und Jane darf Trauzeugin sein. Soweit, so gut und eine Woche in einer toskanischen Villa hört sich traumhaft an, wenn sie nicht bereits am Abflughafen feststellen würde, dass sie den Trauzeugen des Bräutigams überhaupt nicht leiden kann. Und dann versucht dieser unromantische Zyniker auch noch, das junge Glück auseinander zu bringen und seinen Freund zu überzeugen die Hochzeit abzusagen. Nicht mit Jane! Die setzt alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ein, dass am Ende dieser Reise eine Ehe geschlossen wurde. Komme was wolle! Und es kommt so einiges aus sie zu….

Mein Fazit: Die rege Bürokommunikation der Journalmitarbeiter macht auch vor Kollegen im Urlaub kein Halt. Und so ist es wie bereits mehrfach gesagt, zum kringelig lachen komisch und lesenswert!

 

Im Gegensatz zu anderen Schmonzetti-Posts habe ich heute keine passenden Bilder der Cover für euch auf Lager, denn im Sommer fahren alle weg und alle brauchen was zu lesen und folglich habe ich ausgelesene Bücher sofort brav weitergegeben und sie nicht erst wie sonst auf dem Terrassentisch oder so drapiert. Ihr werdet es überleben und falls es euch ernsthaft fehlt, bleibt euch die Möglichkeit alle Bücher nachzukaufen und selbst ein solches Gruppenbild anzufertigen. Was ich kann, könnt ihr alle mal.

Liebste Grüße,

Vanessa

 

Offenlegung: Das erste genannte Buch ist ein Rezensionsexemplar, welches mit freundlicher Weise von Random House zur Verfügung gestellt wurde. Alle anderen Bücher habe ich selbstgekauft und bezahlt. Die ausgehenden Links sind Affiliatelinks zu Amazon. Wenn ihr über einen solchen Link etwas kauft, bekomme ich eine geringe Verkaufsprovision. Euch kostet es nichts. Vielen Dank für eure Unterstützung!

 

 

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